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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nishi93:

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The Sea Spinner von Julie Johnson

Dranbleiben lohnt sich

Sea Spinner hat mich mit seinem tollen Cover gleich abgeholt. Dass es Teil 2 der Reihe ist, habe ich erstmal gar nicht verstanden, was wohl an der holprigen Übersetzung des Klappentexts lag.

Der Einstieg war nicht so easy, ich habe tatsächlich vieles aus Teil 1 vergessen und einen Einstieg mit Rückblick gibt's leider nicht.

Auch das Glossar hilft nicht weiter, denn es fehlt ein Personenverzeichnis. Also wackelt man so durch die etwas deprimierende Handlung des ersten Kapitels und langsam kommen die Erinnerungen hoch, dass man die potentielle Romanze in Teil 1 nicht so gefühlt hat. Joa, aber der Wind dreht sich bald und macht Platz für eine erfrischende Wendung. Ab da macht es dann auch richtig Spaß zu lesen. Es hat Humor, Action und endlich kommen auch mal ein paar Green Flags, auch wenn unsere Protagonistin manchmal immer noch nervt. Mich hat es spätestens ab der Hälfte total mitgerissen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Der Cliffhanger am Ende ist hart, zumal Teil 3 sich wohl noch Zeit lässt. Ich brauch die Fortsetzung

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The Sea Spinner

Rezensionen von Streiflicht:

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Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tugba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

Starke Frauen

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich einerseits schon von den Schwester gelesen habe, andererseits das Buch so toll klang. Sowohl der Titel als auch die Beschreibung haben mich sehr neugierig gemacht. Ich mag das Coverfoto sehr und auch den Untertitel.

Leider fand ich die Erzählweise von Anfang an sperrig und kam nie so richtig rein ins Buch.

Die Geschichten, die die Schwestern erzählen, sind total interessant - wenn auch manchmal schwer zu ertragen, weil man sich kaum vorstellen kann, wie grausig die Realität für viele Menschen ist. Gleichzeitig fand ich es unglaublich mutig und faszinierend, wie sie sich einsetzen, allen Mut, ihre Wut und ihre Wärme zusammenwerfen, um die Welt besser zu machen. Auch wenn sie selbst dafür alle möglichen Einschränkungen erfahren.

Das Buch ist nicht leicht zu lesen, aber sehr interessant und gleichzeitig augenöffend. Auch wenn wir immer wieder lesen, sehen und hören, was auf dieser Welt an anderen Orten passiert, können wir es doch schwer greifen. Hier wird es sichtbar gemacht, persönlich. Und trotzdem blieb bei mir eine gewisse Distanz. Dennoch ein wichtiges Buch, das einem Manifest gleicht!

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Wut und Wärme

Rezensionen von Liddy:

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Der Mami-Plan von Laura Altmann; Constanze Lohse

Ein wundervolles Buch

Das Buch „Der Mami-Plan“ ist ein großartiger Ratgeber für die Schwangerschaft und Stillzeit. Es gliedert sich in drei Themenbereiche: Schwangerschaft, Stillzeit und zum Schluss gibt es ca. 60 leckere Rezepte.

Dr. med. Constanze Lohse geht hier insbesondere auf die wichtigsten Makro- und Mikronährstoffe ein.

Das finde ich klasse, denn man ist in der Schwangerschaft und nach der Geburt einfach sehr verunsichert, was man alles supplementieren darf und was nicht, weshalb das Buch bereits hier einen Mehrwert bietet. Zusätzlich gibt es Checklisten und Übersichten, die die wichtigsten Informationen noch einmal zusammenfassen. Mithilfe eines QR-Codes gelangt man außerdem in einen Wissensbereich und kann zusätzliches Infomaterial downloaden.

Die Rezepte sind mein persönliches Highlight. Ich habe bisher die weniger aufwändigen gemacht und diese gingen wirklich schnell und waren auch noch super lecker! Im stressigen Mami-Alltag sind sie Gold wert.

Das Buch ist absolut empfehlenswert und ein tolles Geschenk zur Schwangerschaft oder Geburt.

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Der Mami-Plan

Rezensionen von stina23:

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Mystery Eye von Susann Blum

Roadtrip

Susann Blum setzt Tammys Geschichte im zweiten Teil der „Mystery Eye“-Serie fort. Um sich in der Storyline zurechtzufinden, ist es von Vorteil, den ersten Band („Mystery Eye – Telepathie“) gelesen zu haben. Am Anfang des Buches gibt jedoch auch einen kurzen Rückblick auf den ersten Teil.
Nahtlos geht die Story weiter.

Tammy und ihre FreundInnen erholen sich gerade von den aufregenden Ereignissen, denen sie mit Geschick und vor allem Zusammenhalt entkommen sind. Doch es gibt noch sehr viele offene Fragen und lose Enden, weshalb es schnell mit dem Abenteuer weitergeht. Besonders das Schicksal von Isaacs Bruder und die Vorfälle im Jugendinternat Kingsstep treiben die Gruppe Jugendlicher an, mehr erfahren zu wollen. Dabei werden die Mitglieder des Scharonns immer sicherer im Umgang mit ihren Fähigkeiten und Tammy und Isaac wird klar, dass sich die Energie des blauen Auges materialisieren kann. Neue Informationen über den Ursprung ihres Scharonns bekommt die Gruppe, als sie erfährt, wer die unbekannte Person ist, die ihnen immer wieder durch Nachrichten Unterstützung zukommen lässt.
Wie auch schon im letzten Band, stehen die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Akzeptanz im Vordergrund von Susann Blums Buch. Die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Freundesgruppe gestalten sich vielschichtiger, werden einerseits tiefer, andererseits kommen auch erste Unstimmigkeiten auf. Die Charaktere entwickeln sich weiter, wobei sie mit ihren 14 Jahren oft schon fast zu erwachsen wirken. Da sind Szenen, in denen sie etwa unbeschwert im Wasser plantschen oder auf Bäume klettern, altersadäquater. Insgesamt ist das Tempo nicht so hoch wie im ersten Band. Trotz der ständigen Bedrohung, vor der die Teenager fliehen müssen, liegt meines Erachtens der Fokus der Geschichte auf der Weiterentwicklung der Charaktere und dem Brückenschlag zum dritten und finalen Buch. Dabei ist leider der Humor, der mir im ersten Buch positiv aufgefallen ist, etwas auf der Strecke geblieben. Trotzdem ist die Geschichte angenehm zu lesen, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere ist durchdacht und natürlich bleibt die Story spannend. Für mich ist der dritte Band („Mystery Eye – Heilung“) deshalb ein Must-Read!

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Mystery Eye

Rezensionen von Ulgu1978:

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Noch fünf Tage von Helena Falke

Ungewöhnliche Mördersuche


Lis ist Köchin bei der Familie Harmann, die in der Silvesternacht nach der Zubereitung ihres Menüs durch Vergiftung verstirbt. Allerdings hat auch Lis das Gift zu sich genommen, hat allerdings noch fünf Tage Zeit bis zu ihrem unausweichlichen Tod. Dadurch gerät sie in den Verdacht, an der Ermordung der Familie Harmann zumindest beteiligt gewesen zu sein.

Um ihre Tochter Cosima zu schützen, versucht sie in diesen fünf verbliebenen Tagen vom Kranken-/Sterbebett aus den wahren Mörder zu finden.
Ich hatte Mühe, mich in die Protagonistin und ihre Gedankenwelt hineinzuversetzen. Die vergangenen Jahre von Lis werden in Rückblicken erzählt, wobei die Leser/innen Einblick in Welt der Reichen und Schönen erhalten. All dies bleibt aber eine klischeebehaftete Erzählung und hat nicht zur Spannung beigetragen.
Trotzdem war ich neugierig, wie die Geschichte ausgeht und habe das Buch bis zum Ende durchgelesen.

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Noch fünf Tage

Rezensionen von Nele33:

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Betreutes Morden von Fergus Craig

toller Humor

"Betreutes Morden" des Autors Fergus Craig ist ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Buch.

Carol hat die letzten 35 Jahre im Gefängnis und freut sich nun auf einen ruhigen Lebensabend in der Seniorenresidenz Sheldon Oaks. Als ehemalige Serienkillern freut sie sich über die Freundschaften, die sie knüpfen kann, auch wenn sich darunter ehemalige Ermittler befinden.

Doch ihr Freiheitsgefühl und die Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt, als unter ihrem Balkon eine Leiche gefunden wird. Sofort ist sie Hauptverdächtige, ihre einzige Chance, auf eigene Faust ihre Unschuld zu beweisen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel durch den kurzen und prägnanten Schreibstil des Autors leicht. Die Charaktere insbesondere Carol sind toll gezeichnet und wirken äußerst lebendig. Am meisten hat mich der trockene und schwarze Humor in den Schilderungen beeindruckt.
Carols vergangene Taten, ihre Gefühle und Gedanken dazu werden hervorragend transportiert und während des Lesens vergisst man quasi, dass sie eine Mörderin war.

Ich hoffe, dass jetzt noch mehr Bücher von Fergus Craig ins deutsche übersetzt werden und eine große Leserschaft erreichen werden.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die einen spannenden Krimi mit typischen britischen Einschlag lesen möchten.

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Betreutes Morden

Rezensionen von stina23:

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Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan

Ein Buch, das stärkt!

ADHS – wie erkläre ich das? Diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt. Ja, ich kann ein paar Fachbegriffe raushauen, die ich mir mit der Zeit so angeeignet habe oder von meiner Erfahrung als Mutter von Kindern mit ADHS aus dem Alltag erzählen. Oft hat sich keines davon richtig und stimmig angefühlt.

Und da kommt für mich dieses wundervolle Buch ins Spiel! Geschrieben von einer Frau mit ADHS und illustriert von einer Frau mit ADHS! Somit wird ADHS von Menschen in Worten und Bildern erklärt, für die es ein Teil ihres Lebens ist. Und das hat eine besondere Qualität. Begleitende Worte einer Diplom-Psychologin und ADHS-Expertin bringen noch eine weitere Perspektive in das Buch ein.
Ganz bunt kommt das Buch daher, so bunt, wie das Leben mit ADHS auch sein kann. Damit lädt es auf jeden Fall zum Lesen und Anschauen ein. Die Metapher mit der Konfettimaschine im Kopf ist einerseits lustig, veranschaulicht andererseits aber auch die Arbeitsweise eines neurodivergenten Gehirns. Der Aufbau des Buches ist gut gelungen, man wird Schritt für Schritt durch die Themen geführt, wobei jede Doppelseite ein Thema behandelt. Immer im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Kinder mit ADHS. Dadurch geschieht die Wissensvermittlung auf Augenhöhe, die Erklärungen sind leicht verständlich und an die junge Leserschaft angepasst. Trotzdem und deshalb ist dieses Buch für alle Altersgruppen geeignet. Das komplexe Thema wurde auf eher einfache Worte und Erklärungen heruntergebrochen, was sicher nicht ganz so einfach war, aber genial umgesetzt wurde!
Neben der Wissensvermittlung gibt es auch noch alltagstaugliche Tipps, die Kindern mit ADHS beispielsweise helfen können, sich zu konzentrieren, sich zu organisieren oder das Zuviel im Kopf auszuhalten. Immer wieder werden die Kinder aufgefordert, zu verbalisieren, wie sie sich gerade fühlen beziehungsweise was sie gerade brauchen. Das halte ich für einen der wichtigsten Tipps, da Außenstehende, so wie ich, doch immer wieder von den eigenen Mustern und Bedürfnissen ausgehen und leicht übersehen, dass das Gegenüber gerade etwas ganz anderes braucht.
Ich bin von diesem Buch einfach nur begeistert! Es ist eine große Bereicherung für mich und meine Familie und ich denke, dass es das auch für andere sein kann.

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Konfetti im Kopf

Rezensionen von Lerchie:

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Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede von Gaby Köster; Till Hoheneder

Das zweite Leben

Gaby Köster meldet sich 10 Jahre nach ihrem Schlaganfall wieder zu Wort. Sie beschreibt, wie sie es geschafft hat, ins Leben zurück zu kehren, in ihr zweites Leben. Sie hat mit viel Humor den grauen Alltag gemeistert, hat Herausforderungen aller Art angenommen und so gut es ging bewältigt. Sie hat nie die Freude am Leben verloren und Frieden mit ihrem Schicksal geschlossen.

Gaby Köster resignierte nie, sondern freute sich über jeden Tag. Denn wäre sie tot, so sagt sie, dann hätte sie alles Schöne nicht mehr erleben können.

Meine Meinung
Endlich konnte ich dieses Buch auf meinem Tolino lesen. Ich fand es herrlich erfrischen, denn Gaby Köster ist trotz deses Schicksalsschlager der Humor geblieben. Ich mochte sie schon immer, auch wenn ich sie nur aus iHren Rollen wie in Ritas Welt oder 7 Tage, 7 Köpfe kenne. Gerne würde ich ihr sagen, wie sehr ich sie bewundere, denn nach so einer Krankheit wieder so auf die Beine zu kommen (bildlich gesprochen) ist wirklich bewundernswert. In vielem bin ich mit ihr einer Meinung, wenn auch nicht in allem. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, denn es sagt viel über die Person Gaby Köster aus. Sie schreibt wie ihr der Schnabel gewachsen ist, so sagt man wohl. Was verständlich macht, das sich wohl das eine oder andere nicht so ganz verstanden habe, den mit Kölsch bin ich nicht vertraut. Da gibt es eben Worte, die ich nicht so ganz verstehe, aber mir in etwa denken kann, was sie bedeuten und sie im Geist für mich übersetzen. Am Ende des Buche, gibt es einen Bildteil, der mir allerdings im E-Book fehlt! Das heißt, dass die Bildunterschriften vorhanden sind aber eben die Bilder dazu fehlen, leider. Woran das liegt, weiß ich nicht, ob am Verlag, oder eben, weil es nur ein E-Book ist? Doch dem Buch tut das keinen Abbruch. Es war interessant, ja sogar zeitweise spannend, hat mich auch gefesselt und außerdem gut unterhalten. In Bewunderung dieser Frau empfehle ich es gerne weiter und vergebe fünf Sterne.

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Das Leben ist großartig – von einfach war nie die Rede

Rezensionen von stina23:

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Die Straße von Robert Seethaler

Eine Geschichte aus vielen kleinen Puzzleteilchen

Robert Seethaler schreibt in seinem neuesten Buch über die Menschen, die in der Heidestraße wohnen und/oder arbeiten. Diese Straße am Rand einer deutschen Stadt beherbergt die unterschiedlichsten Charaktere, die oft nur nebeneinanderher leben und nur wenige Berührungspunkte haben. Das alljährliche Fest im November rahmt die Handlung ein.

Was das Buch besonders macht, ist dass die Menschen mit ihren Beobachtungen. Gedanken und Erlebnissen zu Wort kommen, ohne dass ihre Erzählungen in eine verbindende Geschichte eingebettet sind. Allein aus der Ich-Perspektive berichten sie in kurzen Abschnitten von ihrem Alltag, ihrem Leben, von Dingen, die sie bewegen. Man lernt die Protagonistinnen nach und nach kennen, nur selten wird von anderen BewohnerInnen der Heidestraße ihr Äußeres, ihr Alter oder Ähnliches erwähnt. So bleibt einerseits einiges der Fantasie der Lesenden überlassen, andererseits lernt man viel über das, was die ProtagonistInnen wirklich ausmacht, ihren Ängsten, Wünschen und Lebensrealitäten.
Für mich war es, als ob ich ein Geschichten-Puzzle zusammensetzen würde. Robert Seethaler schafft es hervorragend, dass bei jedem kurzen Abschnitt klar wird, mit welcher Figur aus der Heidestraße man es gerade zu tun hat. Das Lesen war für mich sehr kurzweilig, da die Aufmerksamkeit mehr gefordert war als bei manch anderen Büchern. Der Alltag der Menschen steht im Mittelpunkt der Geschichte, sie birgt jedoch oder gerade deshalb einiges an Gesellschaftskritischem.
Obwohl ich das Lesen des Buches genossen habe, fehlte mir, als ich es beendet hatte, die verbindende Geschichte doch mehr als erwartet. Ich vermisste das Gefühl, mich in eine Handlung vertieft zu haben.
Wer ein etwas anderes Leseerlebnis sucht, ist mit diesem Buch gut beraten.

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Die Straße

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Elbland von Claudia Rikl

Auf Spurensuche nach der verlorenen Vergangenheit

Claudia Rikl ist, wie sie erzählt, zu diesem historischen Roman durch ihre eigene Familiengeschichte inspiriert worden. Die Autorin nimmt ihre Leserschaft in drei Zeitebenen (1945/1987 und Gegenwart) in die Geschichte einer dysfunktionalen Familie mit, die vor allem durch Sprachlosigkeit und fehlender Herzenswärme gezeichnet ist.

Der Roman ist die Geschichte eines Traumas, das am Ende des Zweiten Weltkrieges beginnt und über die Jahrzehnte wie eine schwärende Wunde keine Heilung erfährt, erfahren kann, weil Mutter Irma über die Ereignisse nicht sprechen kann. Weder mit ihrem Ehemann noch mit ihren Töchtern Nina und Katja.

1987, nach einem Sommerurlaub an Irmas Geburtsort Arnau, heute Hostinné, in der damaligen Tschechoslowakei, bei der die Familie entdeckt, dass ihre Mutter fließend tschechisch spricht, geschieht einiges Unvorhergesehenes, über das geschwiegen wird. Warum stellt niemand die Frage nach den Sprachkenntnissen? Tschechisch ist ja nicht unbedingt eine Sprache, die man nebenher lernt.

Wenig später zerreißt es die fragile Familie endgültig, wie wenig später die DDR. Katja macht im Westen Karriere und der Ehemann verlässt den traurigen Rest seiner Familie. Nina, die ältere der Schwestern kümmert sich um ihre Mutter, die zusehends immer tiefer in Depressionen versinkt. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse stets zugunsten jener der Mutter zurück. Nur einmal, hat sie sich durchgesetzt. Statt Medizin zu studieren, ist sie Schauspielerin geworden.

Als die unnahbare Irma stirbt, fällt ihre Tochter Nina selbst in ein tiefes schwarzes Loch. Obwohl, oder vielleicht genau deswegen, weil die Belastung, ihre depressive Mutter zu pflegen, wegfällt, rebelliert ihr eigenen Körper. Nina verliert das wichtigste Instrument einer Schauspielerin - ihre Stimme. Krank geschrieben, stöbert sie in der Hinterlassenschaft und findet ein paar vergilbte Fotos und ein Rechenbuch. Neugierig macht sie sich auf eine Reise nach Tschechien, um den wenigen Spuren, die ihre Mutter hinterlassen hat, zu folgen.

Meine Meinung:

Obwohl ich natürlich aus zahlreichen Biografien bzw. historischen Romanen und Zeitzeugenberichten weiß, was in den Tagen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit der deutschstämmigen Bevölkerung in der Tschechoslowakei passiert ist, ist es dennoch sehr interessant zu lesen, was Irma als Kind erlebt hat. In abwechselnden Rückblenden erfahren wir Details aus Irmas Kindheit und welche Dynamik aus der Tragödie entwickelt hat. Dieses transgenerationale Trauma, das auch beinahe Ninas Leben zerstört hat. Gleichzeitig eröffnet diese Reise nach Arnau, dem heutigen Hostinné, die Möglichkeit, einer Versöhnung der beiden Schwestern. Beide haben die jeweils andere als bevorzugtes Kind gefunden sowie des Verrats schuldig am Zerwürfnis verdächtigt. Dass hier ganz andere Mechanismen im Spiel sind, ist ihnen nicht bewusst.

Für mich, die sich schon länger mit Epigenetik und transgenerationalen Traumata beschäftige, ist die Auflösung sehr gut gelungen. Allerdings liegt vor den beiden noch ein langer Weg, mit den neuen Erkenntnissen umgehen zu lernen und eine neue Beziehung zueinander aufzubauen.

Die Autorin zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen unausgesprochene Wahrheiten haben können. Vor allem kleine Kinder nehmen an, zum Beispiel an einer Trennung der Eltern „schuld“ zu sein, oder es „verdient“ zu haben, dass das Geschwisterkind augenscheinlich mehr geliebt wird als es selbst. Hier wären die Erwachsenen gefordert, den Kleinen zu helfen, in dem sie ihnen Vertrauen und Liebe schenken. Doch das ist ihnen oft, wie im Fall von Irma, nicht möglich, weil sie selbst emotional bedürftig sind.

Die Charaktere wirken authentisch, vor allem weil sie kaum eine emotionale Bindung zueinander aufbauen können. Auch die eine oder andere Leserin wird hier ihre Schwierigkeiten haben, Zuneigung oder Nähe zu den Figuren zu entwickeln. Das ist für mich aber die große Kunst der Autorin, keine rührselige Geschichte zu erzählen, sondern eine doch sachliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auszufechten.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser komplexen Familiengeschichte 5 Sterne.

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Elbland