Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Gut bei Hitze von Katharina Seiser
Der Hitze entgegen
Ein wirklich tolles Buch mit richtig viel Bandbreite. Von Getränken über Salate und Kaltschalen bis hin zu Hauptgerichten und Süßem ist alles dabei. Genau das macht für mich auch den Reiz aus, weil es nie langweilig wird.
Besonders gefallen mir die etwas ausgefalleneren Ideen. Ein Beeren-Feigen-Shrub, Gurkenkaltschale mit weißen Johannisbeeren und Dill oder ein falscher Marillenknödel sind einfach mal was anderes.
Gleichzeitig gibt es aber auch alltagstaugliche Sachen. Den thailändischen Rindfleischsalat fand ich richtig gut, funktioniert übrigens auch super mit veganem Steak.
Auch die Getränke stechen heraus. Earl-Grey-Eistee mit Pfirsich, Espresso Tonic oder Himbeerkefir mit Kardamom klingen nicht nur gut, sondern machen auch Lust aufs Ausprobieren.
Was ich besonders mag: die Mischung aus bekannten und eher ungewöhnlichen Zutaten. Das bringt Abwechslung rein, ohne komplett abgehoben zu sein. Insgesamt ein sehr stimmiges Buch.
Rezensionen von PucKker:
Die Känguru-Rebellion,6 Audio-CD von Marc-Uwe Kling
Es geht grandios weiter
Meine Güte, was habe ich das Känguru vermisst. Nach so langer Zeit hatte ich ehrlich gesagt ein bisschen Sorge, ob das noch genauso funktioniert. Aber nope, tut es.
Es ist wieder genau dieser Mix aus völlig absurdem Humor und ziemlich treffender Gesellschaftskritik, den ich so liebe. Man ist sofort wieder drin im Dialog zwischen Marc-Uwe Kling und dem Känguru und merkt, wie sehr einem das gefehlt hat.
Dieser ganz eigene Ton, die Wortwitze, die kleinen Seitenhiebe, das sitzt einfach.
Diesmal geht es um nichts Geringeres als eine Rebellion. Gegen die Zustände natürlich. Und wie immer bleibt es nicht nur beim Witz, sondern hat auch ordentlich Biss. Es ist politisch, aktuell und dabei durchgehend unterhaltsam.
Und ja, irgendwo fühlt man sich auch ein bisschen angesprochen. Machst du mit? Und kannst du hier bitte einmal deinen Namen eintragen?
Ich hatte auf jeden Fall wieder richtig Spaß damit und musste mehr als einmal laut lachen. Genau so habe ich mir das Comeback gewünscht.
Rezensionen von PucKker:
Beat the Heat von GU
Der Hitze entkommen
Ich finde das Konzept wirklich richtig cool: ein Kochbuch speziell für heiße Tage. Gerade wenn es draußen richtig warm ist und man keine Lust hat, lange in der Küche zu stehen, passt das einfach gut.
Die Bilder sind alle sehr ansprechend und das Essen ist schön angerichtet. Ich habe bisher ein paar Getränke ausprobiert und muss sagen: schmeckt richtig gut.
Espresso Frappé, Heidelbeer-Shake und der Iced Matcha Latte sehen nicht nur hübsch aus, sondern liefern auch geschmacklich.
Ansonsten freue ich mich noch auf einige Eissorten, vor allem das Granatapfel-Sorbet, aber auch Brote und Dressings klingen spannend. Die Kaltschalen und Salate sehen ebenfalls richtig lecker aus.
Ein paar Rezepte sind auch eher ungewöhnlich. Von einer Blumenkohl-Bananen-Suppe hatte ich vorher noch nie gehört. Da bin ich ehrlich gesagt skeptisch, aber auch neugierig.
Insgesamt ein wirklich schönes Buch mit vielen passenden Ideen für heiße Tage.
Rezensionen von gerlisch:
Annie Knows Everything von Rachel Wood
Warmherzige RomCom
Die Produktmanagerin Annie verliert ihre Stelle in einem Tech-Start-up in New York, doch ihre Freundin Carrie organisiert ihr einen neuen Job, für den sie weder Erfahrung noch Selbstvertrauen besitzt. Während sie versucht, sich mit Charme und Chaos durchzuschlagen, wird ausgerechnet ihr neuer Chef zur größten Herausforderung, beruflich wie emotional.
Annie ist selbstbewusst, liebenswert chaotisch und stolpert mit voller Wucht in einen Job, bei dem ich selbst irgendwann nicht mehr wusste, was sie da eigentlich macht. Die Tech‑Welt war für mich ein einziges Fragezeichen, aber genau das hat ihren Charme ausgemacht.
Der Schreibstil ist super flüssig, die humorvollen Szenen haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Nach einem vielversprechenden Start wurde der Mittelteil etwas langatmig, doch zum Ende hin hat mich die Story richtig gepackt.
Connor wirkte anfangs distanziert, aber sein knuddeliger Charakter mit weichem Kern hat mich für sich eingenommen. Die Nebenfiguren sind abwechslungsreich und bringen Farbe in die Handlung.
Mir hat ein bisschen die emotionale Tiefe gefehlt, da wäre noch Luft nach oben gewesen.
Ein unterhaltsamer, warmherziger Roman mit Chaos und Charme, perfekt für alle, die RomComs lieben.
Rezensionen von Lilli33:
One Pot von Dr. Oetker Verlag
Empfehenswert auch für Kochanfänger
Empfehlenswert auch für Kochanfänger
„One Pot“ ist zur Zeit in aller Munde, habe ich den Eindruck. Auch ich liebe es, alle Zutaten „in einem Aufwasch“ zu garen und nebenbei Zeit für andere Dinge zu haben. Auf der Suche nach neuen Rezepten habe ich einen Blick in dieses Kochbuch geworfen und viele Rezepte nachgekocht.
Es ist für jeden etwas dabei, ob Vegetarier oder Veganer, Fleisch- oder Fischesser.
Das Buch ist gegliedert in die Kapitel
Basiswissen One Pots
Nudeln
Reis und Körner
Gemüse und Kartoffeln
Fleisch und Fisch
Süßes
Positiv:
Die Zutatenlisten sind überschaubar; alles ist im gut sortierten Supermarkt problemlos zu bekommen. Oft gibt es auch Tipps, was man gegen etwas anderes austauschen kann, je nach persönlicher Vorliebe.
Die Anleitungen sind kleinschrittig beschrieben und gut erklärt, sodass auch Kochanfänger damit klarkommen sollten.
Positiv hervorzuheben sind die Angaben von Energieinhalt, Protein, Fett und Kohlenhydraten.
Jedem Gericht ist ein ansprechendes Farbfoto zur Seite gestellt, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft. So kann man sich auch gut vorstellen, wie am Ende alles aussehen soll.
Neutral:
Der angegebene Zeitaufwand hat bei mir trotz jahrzehntelanger Kocherfahrung oft nicht ganz ausgereicht. Also lieber ein paar Minuten mehr einplanen.
In der Regel sind die Rezepte für 4 Personen gedacht, was bei meine vierköpfige Familie manchmal etwas knapp war.
Für mich hieß One Pot bisher: alle Zutaten in einen Topf, in eine Pfanne oder auf ein Backblech und garen lassen. In diesem Kochbuch gibt es allerdings einige Rezepte, wo man die Zutaten nach und nach gart und immer wieder aus dem Topf nimmt und zwischenlagert. Serviert wird dann am Ende alles in einem Topf.
Fazit:
Ein empfehlenswertes Kochbuch mit einem bunten Potpourri verschiedenster, relativ einfach herzustellender kompletter Mahlzeiten mit viel Gemüse, aber auch Fleisch und Fisch sowie Süßspeisen.
Rezensionen von manu63:
Kingdom of crystal Hearts von Sina Brings
Etliche Fragen bleiben offen
Kingdom of crystal hearts ist eine Fantasygeschichte geschrieben von der Autorin Sina Brings.
Elodie lebt auf dem Kontinent Brillant in Armut und unter der Knechtschaft durch den Adel. Eher zufällig gerät sie als Adelige getarnt an den Königshof, um dort ein Attentat auf die Königin und den Prinzen zu verüben.
Als ihre Tarnung auffliegt wird sie gezwungen ihre neu entdeckte Magie bezüglich der Edelsteine einzusetzen, um die Magielosigkeit des Prinzen zu verbergen. Inmitten der Ränke und Intrigen am Hof entdeckt Elodie ihre Gefühle für Prinz Rafe und die Geschehnisse nehmen einen unerwarteten Verlauf.
Die Geschichte wird flüssig erzählt, wobei es einige Längen gibt da Elodie oft ihren Gedanken nachhängt und diese sehr ausführlich beschrieben werden. Leider werden einige Aspekte der Geschichte nicht beleuchtet und man muss sie einfach hinnehmen. Wer also gerne alles gründlich erklärt haben möchte, wird das nicht so mögen. Für mich ergaben sich auch etliche Fragen die am Ende des Buches nicht beantwortet werden und deren Beantwortung der Geschichte einen eigenen Reiz hätten geben können.
Woher Elodies Magie kommt wird nicht hinterfragt, auch nicht ihre Fähigkeiten während des Turniers und auch die Hintergründe zum Prinzen bleiben im Dunkeln. Das Ende der Geschichte fand ich recht rasch abgehandelt und auch die Erläuterungen zur Zeit nach diesem Ende werden mir zu mager abgehandelt.
Elodie und die anderen Charakter bleiben für mich eher blass und viele Hintergründe der Personen bleiben unerzählt.
Die Geschichte hat mich gut unterhalten , aber aufgrund der unerzählten Dinge fand ich sie nicht ganz zufriedenstellend.
Rezensionen von Gute_Laune:
Landlust Hausgemacht: Obstkuchen von Landlust
So tolles Gebäck mit Obst!
Backen macht mir riesig Freude und ich probiere sehr gern neue und alte Rezepte aus. Dieses Buch ist aufgemacht wie eine Sammlung von Rezepten aus Illustrierten und hebt sich damit positiv vom aktuell überstrapazierten Trend und Einheitsbrei ab.
Die Zeitangaben und die benötigte Form werden direkt nach dem Titel des Rezeptes angegeben.
Nährwerte werden verschwiegen. Das ist auch sicher besser für den Seelenfrieden! Die Zutaten sind untereinander gelistet und die Arbeitsschritte, wie ich es gern mag, nicht im Fließtext, sondern sauber und strukturiert nummeriert aufgezählt. Sie sind kurz, aber ausführlich genug, um nicht herumzurätseln, was nun gemeint ist. Immer wieder finden sich passende Zeichnungen, aber vor allem sind die Rezepte mit einem bis drei Kochlöffeln markiert, sodass man den Schwierigkeitsgrad sofort erkennen kann. Hin und wieder gibt es noch Infokästchen oder Tipps. Außerdem freue ich mich sehr über die Fotos, die es zu jedem Rezept gibt.
Besonders charmant finde ich die Extras, wie z.B. die Tabelle für die Springformgrößen, wie man Backformen mit Backpapier auskleidet, Tipps und Tricks, Wissenswertes usw. Die kleinen Sprechblasen mit Fragen und Antworten sind ein weiteres Plus! Auch dass die Kapitel Kuchenklassiker; Blechkuchen; Kleingebäck; Ohne backen; Tartes und Pies; Kuchen und Torten über eine Griffleiste direkt anwählbar sind, begeistert mich. Den Abschluss bildet das Rezeptregister.
Die Rezepte sind umwerfend abwechslungsreich. Fast jedes Obst wird hier verwendet. Die vielen Tipps und Tricks sind auch für Fortgeschrittene interessant und wissenswert. Mich hat das Buch auch emotional erreicht, denn meine Mama liebte ihre Illustrierten und hat für mich immer die Rezepte ausgeschnitten. Daran erinnert mich der Stil total. Doch nicht nur deshalb, sondern aufgrund der tollen Rezepte, bekommt es von mir die vollen fünf Sterne!
Rezensionen von Gute_Laune:
Kochen mit Martina und Moritz - Aus Liebe zum Genuss von Martina Meuth; Bernd "Moritz" Neuner-Duttenhofer
Best of Martina und Moritz
Sagenhafte 34 Jahre haben Martina und Moritz im WDR gekocht. In dieser Zeit gab es auch einige Kochbücher. Dieses hier ist quasi ein Best Of und gibt nebenher noch ein paar Informationen und Eindrücke zu diesen Jahren und rund um die Trends und Veränderungen in den Küchen und der Art, Mahlzeiten zuzubereiten.
Die Kapitel Vorspeisen, Häppchen und Salate; Suppen und Eintöpfe; Pasta; Gemüse in der Hauptrolle; Fisch; Fleisch; Desserts und Gebäck; Vorrat und Grundrezepte starten immer mit ausführlichen Texten der beiden Autoren, wobei auch bei jedem Rezept noch zusätzlich ein kleiner Text steht.
Wie man die beiden kennt, kochen sie mit Leidenschaft und ganz selten schlicht und einfach. Fast immer sind ihre Rezepte ausgefallen und mit dem besonderen Etwas. Entsprechend sind sie gern mal aufwendiger und wenn man ein Menü, wie Martina und Moritz es Gästen gerne auftischen, kochen möchte, hat man reichlich zu tun! Nicht alles mag ich nachkochen, ganz klar. Ich habe beispielsweise ein echtes Problem damit, dass für den Nudelteig tatsächlich 24 Eigelbe auf ein Kilogramm Mehl kommen sollen! Auch gehören für mich weder Speck noch Zwiebeln in eine Béchamelsauce.
Nährwertangaben findet man dagegen nicht. Neben der Angabe für die Anzahl der Portionen und der Zutatenliste, die ggf. noch unterteilt in einzelne Komponenten ist, wird die Zubereitungszeit angegeben. Außerdem natürlich noch die Zubereitungsschritte. Diese sind im Fließtext gehalten, wobei sie mit dicken Punkten unterteilt sind und die Zutaten fett und in Farbe hervorgehoben werden. Das ist aktuell wohl Trend, finde ich persönlich jedoch etwas unkomfortabel zu lesen. Als Extra gibt es immer wieder Hinweise, Anmerkungen, Tipps, Getränkeempfehlungen, passende Beilagen, Serviervorschläge, Toppings usw.
Je nach Gericht können die Zutaten auch mal etwas weniger zum typischen Vorrat passen, sind aber dennoch nicht zu schwer aufzutreiben. Auch wenn die meisten Rezepte in einem alltagstauglichen Zeitrahmen liegen, sind sie doch etwas arbeitsintensiver. Für Anfänger würde ich das Buch eher nicht empfehlen, für Fans von Martina und Moritz aber auf alle Fälle, ebenso Kochbuchsammlern und alle, die sich über Kochbücher als Gastgeschenk freuen. Der Mix der Rezepte ist bunt und international und dabei immer mal wieder asiatisch angehaucht. Typisch Martina und Moritz eben.
Außer den Rezepten im Kapitel Vorrat und Grundrezepte gibt es zu jedem Rezept ein Foto, damit man gleich sieht, womit man den Gaumen verwöhnen will. Zum Abschluss folgt dann noch das Zutaten- und Rezeptregister. Damit kann man auch prima nachsehen, was man mit dem, was man noch da hat, kochen kann. Mir gefällt es! Daher gebe ich vier Sterne.
Rezensionen von PMelittaM:
Legend (Band 2) - Schwelender Sturm von Marie Lu
Zweiter Band der Trilogie
Nachdem der Meeresspiegel stark angestiegen war, wurden weite Teile der Ostküste der USA überschwemmt, die Menschen flüchteten nach Westen, wo man besorgt war wegen der vielen Flüchtlinge, und sich daher abschottete. Die USA zerfiel dadurch in zwei Teile, im Westen die Republik Amerika, im Osten die sogenannten Kolonien.
In der Republik herrscht ein autoritäres Regime, in dem es vielen Menschen schlecht und nur wenigen gut geht. Gegen die Kolonien wird Krieg geführt.
„Schwelender Sturm“ ist der zweite Band einer Trilogie und wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. June und Day sind beide Waise, stammen aber aus gänzlich unterschiedlichen Verhältnissen. June ist das „Wunderkind“ der Republik, hochintelligent und war lange loyal dem Regime gegenüber, bis gewisse Ereignisse im ersten Band sie dazu brachten, sich gegen dieses zu stellen. Einer der Gründe ist Day, der in prekären Verhältnissen groß geworden ist, und sich schon früh gegen das Regime stellte.
Zu Beginn des zweiten Bandes haben sich die beiden einer Rebellengruppe, den sogenannten Patrioten angeschlossen, die sie mit gewissen Aufträgen versehen haben. In diesem Band wird man auch mehr über die Kolonien erfahren.
Es ist tatsächlich schon elf Jahre her, dass ich den ersten Band gelesen habe, aber ich kann sagen, dass es mir nicht besonders schwer gefallen ist, wieder in der Geschichte anzukommen. Manches wird angesprochen, so dass man einen gewissen Überblick bekommt, was vorher passiert ist. Empfehlenswerter ist es aber sicher, nicht so viel Zeit verstreichen zu lassen, weswegen ich auch bald den Abschlussband lesen werde.
Durch die Erzählung in der Ich-Form durch die beiden Hauptcharaktere kommt man diesen einigermaßen nahe. Irritiert hat mich jedoch, dass June erst 15 Jahre alt ist, Day wohl auch nicht sehr viel älter. Wenn das nicht gerade erwähnt wurde, waren beide in meiner Vorstellung einige Jahre älter. Es gibt ein paar andere Charaktere, die man ebenfalls näher kennen lernt, nicht jede:n durchschaut man direkt.
Das Setting dieser Dystopie kommt einem heutzutage gar nicht mehr allzu dystopisch vor, eine ähnliche Entwicklung könnte in nicht allzu ferner Zukunft liegen. Es gibt einige Wendungen, die mehr oder weniger überraschend sind, die Aufgaben sind gefährlich, so dass Spannung entsteht, jedoch war die für mich nicht so hoch, dass ich den Roman nicht aus den Händen legen konnte, aber doch so hoch, dass ich wissen wollte, wie es weiter geht. Am Ende darf man gespannt auf den dritten Band sein.
Band 2 der Trilogie erzählt die Geschichte nachvollziehbar weiter, wieder aus den Ich-Perspektiven der beiden Hauptcharaktere. Jetzt bin ich gespannt auf Band 3. Wer gerne dystopische Jugendromane liest, kann hier zugreifen.
Rezensionen von lina_k:
Bauch, Beine, Poesie von Bettina Roßfeldt
Literarische Spielfeldvergrößerung
Vom Titel abgeleitet habe ich ein Buch mit humorigen Geschichten über Sport in der Literatur erwartet. Etwas über gute Vorsätze wie das Abnehmen nach Weihnachten, Fasten von Aschermittwoch bis Ostersamstag, Sportprogramme, gesunde Ernährung und sonstige Speck-weg-Diäten. Bekommen habe ich hingegen eine geistige Horizonterweiterung, man könnte es auch Spielfelderweiterung oder athletische Weiterentwicklung durch sportbezogene Literatur nennen.
Es ist eine #Anthologie mit 15 Erzählungen rund um Bewegung, Sport, Körpergefühl und Selbstwahrnehmung. Die Herausgeberin Bettina Roßfeldt hat Texte von den Lebenden und den Toten ausgewählt. Sport bewahrt also nicht vor allem! Es erzählen Kristine Bilkau, Verena Boos, Jamel Brinkley, John von Düffel, Miranda July, Mariana Leky, Loriot, Elisabeth Mann-Borgese, Katherine May, Dorothy Parker, Andrea Petkovic, Rebecca Maria Salentin, Rebecca Solnit, Ilija Trojanow und Virginia Woolf. Im Ton unterhaltsam, inspirierend, originell und nie belehrend. Alltag, Bewegung und innere Entwicklung verbindend - von Poesie bis Satire ist alles dabei. Es wird geschwommen, getanzt, geradelt, geklettert, Fußball gespielt, gerungen, Tennis gespielt, aber auch spaziert und geschlendert.
Am meisten gelacht habe ich - keine Frage - bei Loriot. Sehr spannend war die Geschichte von Salentin über das Radeln auf dem sog. Iron Curtain Trail. Man kommt in Versuchung das eigene Rad startklar zu machen, um Land und Leute in Slowmotion kennenzulernen auf dieser geschichtsträchtigen Strecke. Und hätte mir jemand erzählt, dass ich mal eine Geschichte über das Ringen mit großer Neugier lese , hätte ich lachend den Kopf geschüttelt. Jetzt habe ich eine Ahnung vom iranischen Nationalsport, von Schweißsharing, Hebelwirkung und Physik. Außerdem sind Schuhe in dem Zusammenhang sehr wichtig. Mir auch, aber ohne Ringen!
Nun, ich hätte zu jeder der Geschichten etwas beizutragen, haben mich doch tatsächlich alle erreicht und auf die eine oder andere Art abgeholt. Doch die mit dem allergrößten Nachhall - völlig unerwartet - war die vom Eisbaden. Hier sei eine extragroße Leseempfehlung für Katherine May ausgesprochen! Eisbaden, um sich vom persönlichen Winter zu entlasten - diese Idee beschäftigt mich nun intensiv und macht mich nachdenklich, veranlasst mich zur Reflexion über Körper, Leistung, Selbstzweifel, innere Entwicklung und Lebensfreude. Wohnte ich doch nur direkt am Meer ...
Das Buch bringt definitiv etwas in Bewegung! Große Leseempfehlung - und bitte keine Scheu vor "Kurzgeschichten"! Es lohnt sich!











