Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Unten leben von Gustavo Faverón Patriau
Ein epochales Werk über das 20. Jahrhundert in Südamerika
Was war das für ein Leseerlebnis: Hier kann wirklich von einem das letzte Jahrhundert übergreifendem Epos gesprochen werden.
Gleich zu Beginn des Romans wird ein Mord begangen. Dies ist der Ausgangspunkt, um 25 Jahre zurückzuspulen, und um 600 Seiten später zu erfahren, was es mit diesem Mord auf sich hatte.
Wir Leser*innen tauchen ein in Südamerikas dunkle Geschichte des vorigen Jahrhunderts, mit ihren Diktatoren und Nazi-Flüchtlingen. Wir steigen in unterirdische Gefängnisse, wo gefoltert und vergewaltigt wurde. Wir treffen auf sonderbare Menschen in alten Villen und dunklen Kellern. Uns werden traurige Geschichte erzählt und wir begleiten Menschen bis in ihre schlimmsten Träume. Es werden Menschen gesucht und gefunden und andere gehen wieder verloren. Dabei bestehen die unglaublichsten Beziehungen zwischen den Menschen untereinander, die in diesem Roman auf die Bühne treten.
Den Inhalt wiederzugeben ist sehr schwierig, da unzählige Geschichten und Personen in dem Roman auftauchen und sich in weitere Geschichten verzweigen, die alle relevant sind für die gesamte Geschichte und, wenn auch über Ecken, miteinander in Verbindung stehen. Zentral ist George Bennett junior, jener Mann, der den Mord gleich zu Beginn der Geschichte begeht. Sein Vater, auch George Bennett genannt und eine relevante Person in dem gesamten Konstrukt (obwohl er wenig zur eigentlichen Geschichte beiträgt), war zuständig für den Bau der unterirdischen Gefängnisse und den Tod von Che Guevara.
Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass die Geschichte nicht einfach und verwirrend zu lesen ist. So ging es mir aber gar nicht. Ich muss jedoch erwähnen, dass ich den Roman sehr zügig und in großen Happen täglich gelesen habe, mich dabei gut auf die Geschichte konzentrieren konnte und richtig arge Bilder im Kopf hatte.
Und dann das Ende – ein richtiger Paukenschlag.
Ich kann sehr empfehlen, sich auf den Roman einzulassen, man wird reichlich belohnt.
Absolute Empfehlung
Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner
Rezensionen von melanie82:
Geliebt von Magdalena Fournillier
Eine leise Geschichte über Nähe und Geborgenheit
Geliebt – Die Suche des kleinen Hasen nach Wärme und Halt ist ein einfühlsames, wunderschön illustriertes Buch, das mit wenigen Worten und viel Gefühl von einem großen Bedürfnis erzählt: geliebt und angenommen zu werden. Die Geschichte des kleinen Hasen, der sich auf die Suche nach Nähe, Geborgenheit und einem sicheren Platz macht, spricht Kinder ebenso an wie Erwachsene.
Besonders schön ist, dass das Buch ohne große Dramatik auskommt und stattdessen leise, warm und tröstlich wirkt. Die Botschaft von Liebe, Vertrauen und emotionaler Sicherheit wird kindgerecht vermittelt, ohne kitschig zu sein. Gerade beim Vorlesen entfaltet die Geschichte ihre Stärke und lädt zum Gespräch über Gefühle, Nähe und Vertrauen ein. Ein liebevolles Buch, das lange nachhallt und zeigt, wie wichtig Halt und Zuwendung sind – in jedem Alter.
Rezensionen von Bekenner:
Mandalu, was sagst denn du? von Birgit Fuchs
Mandalu Fan
Dieses Buch ist eines dieser Kinderbücher, die man aufschlägt und sofort spürt, dass hier mit Liebe, Herz und pädagogischem Gespür gearbeitet wurde. Als jemand, der selbst täglich mit Kindern arbeitet, sehe ich sofort, wie wertvoll dieses Buch im Unterricht und auch zu Hause eingesetzt werden kann.
Die Reime sind eingängig, fast kleine Ohrwürmer, die Kinder sofort mitsprechen wollen. Die Illustrationen sind warm, freundlich und voller kleiner Details, die neugierig machen. Genau so entsteht dieses besondere „Wimmelgefühl“, bei dem Kinder immer wieder Neues entdecken. Besonders gefällt mir, dass das Buch nicht nur unterhält, sondern ganz nebenbei Kompetenzen fördert. Sprachgefühl, Rhythmus, Naturwissen und Beobachtungsgabe. Ich liebe den Ansatz, dass Mandalu die Kinder durch den Wald führt. Das macht Lust auf echte Naturerlebnisse. Und die Idee, aus dem Buch ein kleines Theaterstück machen zu können, finde ich großartig. Für Kitas und Grundschulen ein echter Schatz!
Rezensionen von C. P.:
Der Tod wischt mit von Andreas Suchanek
Amüsante Ermittlungen mit Hund und Wischmop
Langeweile? Für Tilly Blich ein Fremdwort. Nach den Ereignissen im ersten Band steht ihrer Reinigungsfirma eine Steuerprüfung bevor. Basset Muffin müsste aus Erziehungs-Gründen dringend in die Hundeschule. Tilly aus Liebes-Gründen dringend zu Hundezüchter Sascha. Und der tote Schuldirektor in der Sporthalle vor Tillys Wischmop, nunja, muss wohl nirgendwo mehr hin.
Zwischen Chaos, Ermittlungen und Helikopter-Eltern weiß Tilly zum Glück ihre Freunde Gerdy, Antonia und Leon an ihrer Seite. Wer den Fall diesmal wieder lösen wird ist doch wohl klar, da kann Kommissar Stubs grummeln soviel er will. Und dann wäre da noch das Rätsel um den verschwundenen Vorbesitzer der Reinigungsfirma, welches weiterhin ungelöst ist.
Der zweite Band kann seinen Vorgänger tatsächlich noch toppen. Die Personen bleiben diesmal etwas übersichtlicher, zudem sind die Hauptcharaktere bereits bekannt, so dass die Handlung schnell voranschreitet. Muffin sorgt wieder für einige Schmunzler, Schüler Leon ist diesmal mit Verstärkung am Start und bei Hundezüchter Sasche gilt es, zunächst ein penetrantes Hindernis auf zwei Beinen aus dem Weg zu räumen. Nicht zu vergessen der Kriminalfall an der Schule, in dessen Ermittlungen sich eine übereifrige Mutter tatkräftig mit einbringen will. Tilly wird da gar nicht erst gefragt. Humor, Spannung und diverse Twists machen auch den zweiten Band wieder zu einem gelungenen Lese-Abenteuer mit dog content (und diversen Pfotenabdrücken im Buch).
Rezensionen von Ele:
Der Silberbaum. Das Ende der Welt von Sabine Ebert
Der Erlauchte
Der Silberbaum – Das Ende der Welt, Historischer Roman von Sabine Ebert, Knaur eBook
Der zweite Teil der Silberbaum-Reihe.
1241 das Ende der Welt scheint gekommen, das riesige grausame Tartaren-Heer, die goldene Horde genannt, steht bis auf ein paar Tagesritte entfernt vor Meißen. Eine riesige Herausforderung für den jungen Markgrafen Heinrich, doch wie durch ein Wunder zieht das Reiterheer wieder ab, da droht schon die nächste Gefahr.
Der Papst erklärt den Stauferkaiser Friedrich II für abgesetzt. Intrigen und Verrat muss Heinrich erfahren, immer wieder kommt es zu Kämpfen, doch Heinrich hat viele treue Vasallen an seiner Seite. Vor allem die Nachfahren der Hebamme Marthe.
Wieder einmal hat mich ein Roman von Sabine Ebert fasziniert, super unterhalten, mit Interesse durch die Seiten fliegen lassen. Die Autorin schreibt flüssig und nachvollziehbar, ein wenig Liebe und viel Spannung ist auch dabei. Sabine Ebert nimmt ihre Verantwortung ernst, alle historischen Figuren und das Geschehen sind authentisch, das fiktive Beiwerk ist gut angepasst und hätte genau so ablaufen können. Eine gründliche Recherche ist hier unabdingbar, die Autorin benennt im Nachwort ihre Quellen die auch für alle Interessierten zugänglich sind.
Zu Beginn sind zwei Karten von Mitteldeutschland eingezeichnet die zur Zeit des Geschehens passen, mit dem beigefügten Link können sie in angepasster Größe eingesehen werden. Ebenso erscheint eine Dramatis Personae übersichtlich nach Zusammengehörigkeit geordnet die historischen Personen sind gekennzeichnet. Das Buch besteht aus 5 Teilen die in Kapitel mit Überschrift und Zeitangabe gegliedert sind, zu jeder Zeit ist ein chronologischer Überblick möglich.
Besonders interessant fand ich die beifügenden Erklärungen der Autorin, die Grunde weshalb ich ihre Bücher so sehr schätze.
Die authentische Erzählung erklärt mir Wort für Wort und glaubhaft einen Teil der deutschen Geschichte, der mich besonders interessiert, ohne dass ich trockene Geschichtsbücher wälzen muss. Im Anhang gibt es zur Einordnung der Figuren die Familienstammbäume der beteiligten Adelsgeschlechter, der Staufer, der Wettiner etc. Da in diesem Buch sehr viele Personen spielen ist es sehr hilfreich, das Personenverzeichnis und die Stammbäume zur Hand zu haben. Beim Lesen sollte man sich schon konzentrieren. Die Hauptfiguren sind ganz besonders gut charakterisiert, oft handeln sie nicht klug, jedoch immer nachvollziehbar.
Meine Lieblingsfigur der junge Heinrich, der für mich lt. Schilderung den Beinamen der Erlauchte verdient hat. Klug, besonnen, gerecht, tapfer, gut zu seinen Ehefrauen und Kindern auch künstlerisch begabt – ein Gentleman seiner Zeit. Ich freue mich auf den abschließenden dritten Band.
Mit diesem Silberbaum Roman hat mir S. Ebert ein Stück deutscher Geschichte, unterhaltsam greifbar gemacht. Von mir 5 Sterne.
Rezensionen von melanie82:
Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun
Selbstwert aufbauen – Schritt für Schritt
Deinen Selbstwert bestimmst nur du – Das Fundament für ein zufriedenes Leben ist ein motivierender Ratgeber, der ohne große Umwege zum Kern kommt: Ein erfülltes Leben beginnt bei der eigenen Haltung zu sich selbst. Das Buch greift viele Gedanken auf, die man aus Coaching- und Selbsthilfeliteratur kennt, verpackt sie aber klar, verständlich und alltagstauglich.
Statt theoretischer Abhandlungen setzt der Autor auf Reflexionsimpulse, Beispiele und kleine Denkanstöße, die zum Innehalten einladen. Besonders angenehm ist der wertschätzende Ton – nichts wirkt belehrend oder überheblich. Natürlich erfindet das Buch den Selbstwert nicht neu, doch genau darin liegt seine Stärke: Es erinnert daran, wie wichtig Selbstannahme, Grenzen und Eigenverantwortung sind. Ein guter Begleiter für alle, die sich selbst wieder mehr zutrauen möchten.
Rezensionen von melanie82:
Die Stimme unseres Körpers von Ingo Froböse
Körpersignale verstehen statt ignorieren
Die Stimme unseres Körpers ist ein überraschend zugänglicher Gesundheitsratgeber, der uns daran erinnert, dass unser Körper ständig „redet“ – wir müssen nur zuhören. Froböse kombiniert fundiertes Wissen aus Sport- und Gesundheitswissenschaft mit praktischen Erklärungen zu Körpersignalen wie Schmerzen, Müdigkeit oder Anspannung und macht daraus kein trockenes Lehrbuch, sondern eine Art Gespräch mit dem eigenen Körper.
Was mir gut gefallen hat: Der Autor erklärt auch komplizierte Zusammenhänge verständlich und ohne zu belehren, sodass man schnell erkennt, warum bestimmte Signale Warnzeichen sein könnten und wie man sie deuten kann.
Das Buch nimmt viele Barrieren, die man vor Gesundheitsthemen manchmal hat, und lädt dazu ein, den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen. Ein empfehlenswerter Begleiter für alle, die mehr über sich selbst lernen wollen.
Rezensionen von JD:
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Ich bin der Tod
Da ich bereits das Buch "Hundswut" des Autors gelesen hatte, habe ich mich auch auf sein zweites Buch gefreut. Ich mag den Schreibstil des Autors und auch das Cover von "Ruf der Leere" hat etwas an sich, was in mir Neugier weckt. Der Klappentext gefiel mir auf Anhieb und auch die Leseprobe, das Buch selbst konnte mich aber dann doch nicht so ganz fesseln.
Bei mir kam erst ab Seite 150 immer wieder mal Spannung auf, im Großen und Ganzen hat es mich jedoch nicht abgeholt. Mit den Charakteren konnte ich nicht mitfühlen und es war lange unklar, worauf die Handlung zusteuert. Einen Teil des Twists habe ich zudem kommen sehen. Obwohl ich gerne offene Enden in Büchern und Geschichten mag, war mir dies hier eindeutig zu offen. Am Ende lässt mich das Buch etwas ratlos zurück- den Ansatz finde ich gut, die Umsetzung konnte zumindest mich nicht begeistern. Schade.
Rezensionen von C. P.:
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Romance-Dystopie, die nicht überzeugen kann
Manchmal reicht es nicht, sich ein paar Ideen aus erfolgreichen Storys herauszupicken und diese einfach neu zu kombinieren. Hier soll sich eine vermeintlich erfolgreiche junge Kopfgeldjägerin in einem dystopischen 3-Klassen-System selbstlos in tödliche Jagdspielchen der Reichen stürzen, um ihren Bruder zu retten.
Natürlich nebst amourösen Abenteuern mit einem sexy Aufseher, der ihr gegenüber seine sensible Seite zeigt.
Das Buch startet mit nervigen Bandwurmsätzen, Infodump und zuviel unnötigem Blabla. Doch nicht nur der Schreibstil ließ mich enttäuscht zurück, auch die unkreative Aneinanderreihung von Klischees, Stereotypen, Floskeln und Logikfehlern minderten den Lesespaß erheblich. So landet eine Kopfgeldjägerin in einem Gefängnis, inmitten diverser Inhaftierter, welche wegen genau ihr dort einsitzen. Hier sollte man einiges an Rachepotential erwarten, doch bis auf eine Person reicht allen anderen Feinden das Werfen böser Blicke und vielleicht mal ein das Stellen eines Beinhakens aus. Langweilig. Dann das Gefängnis selbst: Hier wird das Recht der Privilegierten für Spaß am Quälen und Töten missbraucht, für die Jagd auf die Gefangenen bezahlt. Was für uns Minigolf und Gotcha, ist dort ein Geburtstagsevent mit tödlicher Munition für den Teenie-Nachwuchs. Rechnerisch könnten täglich so bis zu 30 Todesopfer zusammenkommen. Kopfrechnen mag in dieser Dystopie womöglich nicht mehr so ganz gängig sein, doch tatsächlich kämen so selbst bei einem Drittel Überlebender noch immer 20 Opfer pro Tag zusammen, was einen entsprechend notwendigen Nachschub benötigt von rund Sieben- bis Zehntausend Inhaftierten pro Jahr. Mal abgesehen von dem ganzen logistischen Aufwand will das wirklich niemandem auffallen, dass da für Reichenspielchen Unzählige eingekerkert werden, nur weil dem Nachbarn deren Nase nicht gefällt?
Ebenso erstaunlich ist, dass die Ich-Erzählerin wirklich sehr oft sehen kann, dass sie rot oder blass im Gesicht wird. Wie soll das gehen? Wenn die Autorin verdeutlichen will, dass eine Erzählerin aufgeregt oder ängstlich ist, sollte sie sich etwas anderes einfallen lassen statt die Person sich ihr eigenes Gesicht sehen zu lassen. Und über übermenschliche Heilkräfte scheint sie ebenfalls zu verfügen, wenn sie mit einer frisch genähten Wunden an der Hand umgehend duschen gehen kann nebst weiterer Aktivitäten, welche ich aus Spoilergründen hier nicht nenne.
Der Romance-Anteil wirkt wie deplatziert, den Kosename des Love Interests für unsere Kopfgeldjägerin empfand ich als regelrecht abtörnend. Die paar erotischen Momente im Buch liefen dann auch jedesmal nach stets demselben Schema ab: Eine Situation, in die gleich jemand hereinplatzen könnte. Er knurrt. Sie wimmert. Unkreativer geht es kaum noch.
Der Love Interest ist natürlich ein auffallend sexy Typ aus der Oberschicht, der hinter seiner Aufseher-Fassade ein sensibles Alter Ego verbirgt. Aus irgendwelchen Gründen kann unsere Kopfgeldjägerin seine auffallend goldenen (!) Augen sogar im Dunkeln farblich erkennen. Wenn ich an gelbe Augen denke, dann denke ich an Gelbsucht oder Werwölfe. Gut, letzteres könnte sein häufiges Knurren zumindest erklären.
Alle weiteren Charaktere bleiben langweilig zweidimensional, nicht, dass die beiden Hauptcharaktere wirklich ausgearbeiteter wären. Selbst die dystopische Gesellschaftsform bleibt größtenteils unreflektiert. Skrupel, auf Menschen zu schießen, wurden nicht eingearbeitet. Hier wurden Berge an Potential verschenkt. In meinen Augen wird hier nichts Neues präsentiert, stattdessen nur Altbekanntes unprofessionell und lieblos kombiniert.










