Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LeserinLu :
Diebstahl von Abdulrazak Gurnah
Toll gelesen
Mit „Diebstahl“ erzählt Abdulrazak Gurnah drei Coming-of-Age-Geschichten aus dem heutigen Tansania. Es ist keine laute oder spannungsgetriebene Erzählung, sondern es sind eher genaue Beobachtungen junger Menschen, die versuchen, ihren Platz in einer sich verändernden Welt zu finden. Gurnah beleuchtet dabei innere Entwicklungen und soziale Abhängigkeiten
Im Mittelpunkt stehen Karim, Fauzia und Bardar.
Karim kehrt nach seinem Studium voller Ehrgeiz und Ideen in seine Heimatstadt Daressalam zurück. Fauzia sieht in ihm nicht nur ihren Partner, sondern auch eine Möglichkeit, sich aus einer allzu behüteten Kindheit zu lösen. Bardar hingegen wächst mittellos auf und findet in den beiden erstmals Halt und Unterstützung – ohne zu wissen, ob die Zukunft für ihn überhaupt Möglichkeiten bereithält. Als Fortschritt, Tourismus und neue wirtschaftliche Versprechen ihren Lebensraum erreichen, treffen alle drei Entscheidungen, die ihre Lebenswege dauerhaft prägen.
Besonders überzeugt hat mich der Sprecher des Hörbuchs. Richard Barenberg liest mit ruhiger, angenehmer Stimme, Dialoge trägt er so lebendig vor, dass für mich fast der Eindruck eines Hörspiels entstand. Ich bin wirklich wählerisch, was Sprecher angeht, und hier hat wirklich alles gepasst: Tempo, Tonfall und Differenzierung der Figuren. Die Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 ist absolut verdient.
Rezensionen von yellowdog:
Die Routinen von Son Lewandowski
Auf dem Schwebebalken
Die Routinen ist ein Roman, der in mehreren Ebenen handelt.
Es spielt nicht nur 2023 sondern auch in Passagen in der Vergangenheit, die bis in die sechziger und siebziger Jahre zurückgeht.
Im Mittelpunkt die erfahrene Turnerin Amik, die sich bis zu ihren Anfängen zurückerinnert und oft aus einem Kollektiv heraus erzählt.
Ihre junge Kollegin ist Izzy. Ihr harter Trainer ist Wolf.
Die Passagen der Vergangenheit mit den Wettkämpfen haben dokumentarischen Charakter.
Man taucht in diesem Buch tief ein in die Welt des Turnens als Leistungsport.
Es zeigt die jungen Turnerinen in verschiedenen Phasen. Es wird gezeigt, wie das spielerische Moment des Turnens durch die routinemäßgen Wiederholungen zu sportlicher Leistung wird.
Thema ist auch der Drill, die harten Methoden, dem Verlust von Kindheit und sogar Missbrauch.
Es ist ein Buch, dass den Leser packt.
Nur dadurch, dass die Autorin ihre spezielle Form des Erzählens gefunden hat, lässt sich der Stoff in seiner ganzen Komplexität darstellen.
Rezensionen von cr:
National Geographic Kids - Lexikon des Weltalls; ein visuell spektakuläres Nachschlagewerk zu Astronomie und Raumfahrt für Kinder ab 8 von David A. Aguilar
Weltall entdecken
Weltall entdecken
Das Buch "National Geographic Kids – Lexikon des Weltalls" ist sehr interessant geschrieben und leicht zu verstehen. Es erklärt viele spannende Dinge über das Weltall, zum Beispiel Planeten, Sterne, Galaxien und Astronauten.
Besonders gut gefallen mir die vielen tollen Bilder und kurzen Texte.
So kann man alles schnell lesen und sich die Informationen gut merken. Auch schwierige Themen werden einfach erklärt, sodass Kinder sie verstehen können.
Die "Schon gewusst?" Punkte auf jeder Seite finde ich hervorragend gelungen.
Das Lexikon ist ideal für neugierige Kinder, die mehr über das Weltall lernen möchten. Für 8-jährige ist das Buch vielleicht noch etwas komplex, aber gemeinsam mit einem Erwachsenen durchaus sinnvoll. Aber auch die Eltern werden hier noch viel neues erfahren. Ich finde das Buch sehr gut und empfehle es weiter.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Der unsichtbare Elefant von Max A. Edelmann
Aufarbeitung der Vergangenheit
Rechtsanwalt Thomas Siebenmorgen stürzt sich vor den Augen seiner Kollegin María in den Tod. Sie ist entsetzt. Warum hat Thomas das getan? Hätte sie erkennen müssen wie verzweifelt Thomas war?
Neben ihr versuchen Victor vom Kriseninterventionsteam und ein weiterer Kollege Simon nach den Hintergründen für diese Verzweiflungstat.
Während die drei nach der Ursache in Thomas Vergangenheit suchen, werden sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Für mich war dieses Buch ein echtes Highlight und ich weiß gar nicht so genau, wie ich diesem gerecht werden soll. Es steckt voller Anspielungen aus dem Bereich Musik, Kunst und Literatur, hat durchweg gut gezeichnete Charaktere und eine komplexe Handlung in der letztendlich alles ineinander greift. Beim Lesen hatte ich das Gefühl Puzzleteile ineinander zu stecken, die sich zu einem wahren Kunstwerk entwickelt haben.
Der Inhalt des Buches passt hier wirklich perfekt zum Titel. Mich hat das Buch gefesselt und auch sehr zum Nachdenken angeregt.
Rezensionen von Ulgu1978:
Das Signal von Ursula Poznanski
Auf Beobachtungsposten
Ursula Poznanski ist für mich ein Garant für Spannung. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
Viola verliert ihren linken Unterschenkel, als der Weinkeller ihres Hauses einstürzt. Sie kann sich anschließend nicht erinnern wie es zu dem Einsturz kam. Es hat zunächst den Anschein als würde ihr Mann sich rührend um ihr Wohlbefinden kümmern.
Aber bald hat Viola den Verdacht, dass er sie belügt und kommt auf die Idee, ihn mit kleinen Trackern zu überwachen.
Obwohl es in diesem Thriller wenig Tote und Gewalt gibt, ist es als Leser/in spannend zu verfolgen, welche Schlussfolgerungen Viola aus den Trackerspuren zieht, die ihr Mann hinterlässt. Es wird der Leserschaft schnell klar, dass Violas Mann lügt. Aber wie sieht es mit ihrem weiteren Umfeld aus, mit ihren Freundinnen und ihrer Pflegerin? Aber auch Viola hat ihre Geheimnisse. Welche, wird erst spät im Buch verraten.
Für mich war es eines der spannendsten Bücher von Ursula Poznanski und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Von mir eine klare Leseempfehlung mit fünf Sternen.
Rezensionen von PMelittaM:
Götter des Wyrdwood von R. J. Barker
Es bleibt spannend, phantasievoll und komplex
Der Waldläufer Cahan Du-Nahere und die Geistliche Udinny haben das Kind der Leoric, der Vorsteherin des Dorfes Haran, zurückgebracht, und würden nun gerne ihr Leben geruhsam weiterleben. Doch vor allem Cahan hat sich Feinde gemacht, die sich nun rächen wollen, und auch die Bewohner:innen Harans geraten in große Gefahr.
Im Original besteht die Reihe aus drei Bänden, für die deutsche Übersetzung wurde der erste Band in zwei Bände aufgeteilt. „Götter des Wyrdwood“ ist somit der zweite Teil des ersten Trilogiebandes. Ich hoffe sehr, dass auch die zwei weiteren Originalbände ins Deutsche übersetzt werden, bisher, Januar 2026, ist allerdings noch nichts angekündigt worden.
Schon im „Wächter des Wyrdwood“ konnte man erkennen, dass die Geschichte sehr komplex und nicht immer einfach zu lesen ist. Es gibt viele Wörter und Begriffe, die uns fremd sind, und leider weder ein Personenverzeichnis noch ein Glossar. Für mich wird der Roman dadurch zusätzlich interessant, zumal man vieles aus dem Kontext verstehen kann, man muss sich halt ein bisschen Zeit nehmen und aufmerksam lesen.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, so dass man auch Einblick in Geschehnisse auf Seiten der Antagonist:innen bekommt. Außerdem gibt es kleinere Rückblenden in Cahans Vergangenheit. Da sich dieses Mal viel in dem Dorf Haran abspielt, lernt man einige Bewohner:innen näher kennen. Diese hatten sich bisher immer eher abwertend Cahan gegenüber verhalten, der außerhalb des Dorfes lebt, doch auf die eine oder andere Art muss sich das nun ändern, da sie alle in Gefahr kommen. Natürlich gibt es auch wieder Szenen, die im Wald spielen, und auch hier gibt es Charaktere, die wichtig werden. Auch Venn, dey man bereits aus dem Vorgängerband kennt, hat eine wichtige Rolle. Cahan mochte ich weiterhin sehr gerne, in diesem Band musste ich ziemlich mit ihm mitleiden.
Am Ende gibt es ein paar Überraschungen, wobei ich eine davon schon habe kommen sehen, die eine spannende Überleitung zum nächsten Band bilden. Ich hoffe sehr, dass dieser auch auf Deutsch erscheinen wird!
„Götter des Wyrdwood“ bietet wieder spannende Unterhaltung und eine sehr phantasievolle aber auch komplexe Geschichte, die etwas Aufmerksamkeit erfordert, diese aber absolut wert ist. Genrefans sollten sich das nicht entgehen lassen.
Rezensionen von pageturner:
Half His Age von Jennette McCurdy
Ziemlich gutes Debüt
Ich hatte etwas "Angst," dass mir "Half his age" von Jennette McCurdy (Ü: Oivia Kuderewski) nicht gefallen würde. Ihr Memoir "I'm glad my Mom died" war 2023 unter meinen Highlights. Als ich den Klappentext von ihrem Romandebüt gelesen habe, war ich erstmal skeptisch. Spoiler: völlig unbegründet.
Dieses Romandebüt ist unbequem, witzig und ein ziemlicher Banger. ✨
Waldo wächst mit einer emotional abwesenden Mutter auf. Sie sucht Nähe dort, wo sie sie bekommt: in Konsum, Sex – und schließlich bei ihrem Englischlehrer Mr. Korgy. Sie weiß selbst nicht, was sie eigentlich von ihm will: seine Lebenserfahrung oder einfach das Gefühl, endlich gesehen zu werden. Die beiden beginnen eine Affäre.
Was dieses Buch für mich ausmacht, ist Waldo. McCurdy hat eine Protagonistin geschaffen, die gleichzeitig impulsiv, klug und zutiefst widersprüchlich ist. Waldo musste viel zu früh erwachsen werden und sich um die emotionalen Bedürfnisse ihrer Mutter kümmern. Während andere Jugendliche sich um Schule oder Freundschaften sorgen, fragt sie sich, ob noch Wasser aus dem Hahn kommt oder ob ihre Mutter die nächste Trennung übersteht. Sie arbeitet, finanziert sich selbst, wirkt unabhängig. Und verliert sich trotzdem im Online-Shopping, sobald alles zu viel wird, füllt Warenkörbe mit Fast Fashion und hofft, dass es die Leere kurz überdeckt.
Ich mochte, wie McCurdy verschiedene Themen (Klassismus, Konsum, Patriarchat) in den Roman einfließen lässt. Waldo weiß zum Beispiel genau, wie absurd es ist, wie viel Zeit, Geld und Energie Frauen investieren, um für Männer „präsentierbar“ zu sein. Und trotzdem reicht ein einziger Anruf von Mr. Korgy, und sie ist sofort, emotional wie körperlich, verfügbar. Sie hat sogar eine Notfall-„Tonne“ im Auto: Make-up und Kleidung, um sich jederzeit schnell für ihn herzurichten, wenn er plötzlich doch Zeit für sie hat.
"Ein Frauenkörper kann nie genug abgeschabt und abgetragen werden. Was ist eine Frau schon anderes als Seidigkeit? Weichheit? Geschmeidigkeit, Straffheit, Porenlosigkeit?" (S. 65)
McCurdy schreibt also auch hervorragende Romane. Hoffen wir, es folgen noch viele weitere. ????✨
Rezensionen von jori1020:
Firewatch von Colin Hadler
Spannende Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte
Mit 'Firewatch' wagt Colin Hadler, wie er selbst in seiner Danksagung schreibt ein "Experiment": die Verbindung eines Thrillers mit einer queeren Liebesgeschichte. Dieses Experiment ist in weiten Teilen gut gelungen. Schon das Cover mit seiner glänzenden Oberfläche ist ein echter Hingucker, doch auch die Geschichte weiß zu überzeugen.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im „Damals“ begleiten wir Aaron, der einen Sommerjob als Firewatcher in einem kalifornischen Nationalpark annimmt. Mehrere Wochen lang lebt er abgeschieden in einem Firetower und überwacht die Umgebung auf mögliche Waldbrände. Es ist eine monotone, einsame Arbeit, fernab jeder Zivilisation; der einzige Kontakt zur Außenwelt besteht über ein Funkgerät zur Parkleitung und zum zweiten Firetower. Dort arbeitet der geheimnisvolle Kian, zu dem Aaron allein durch die Gespräche über Funk eine immer stärkere Verbindung aufbaut. Schließlich macht er sich auf den Weg zu ihm – kehrt jedoch nie zurück.
Was ist mit Aaron geschehen? Warum ist er verschwunden? Und welche Rolle spielt Kian dabei? Diesen Fragen geht im „Heute“ Aarons bester Freund Robin nach, der auch ein Jahr später nicht mit dem Verschwinden abschließen kann. Um der Wahrheit näherzukommen, trifft er eine riskante Entscheidung: Er beginnt, sich mit Aarons mutmaßlichem Mörder Kian zu daten.
Es entwickelt sich eine rasante Geschichte, in der die beiden Zeitebenen geschickt miteinander verwoben werden, inklusive überraschenden Wendungen, einer guten Portion Spannung, vielen Emotionen und auch etwas Spice. Besonders die Liebesgeschichte hat mich berührt und verleiht dem Thriller eine zusätzliche Tiefe. Zwar wirkt die Handlung stellenweise etwas konstruiert und nicht immer vollkommen plausibel, dennoch hat mich das Buch durchgehend gut unterhalten und bis zur letzten Seite gefesselt.
Ich freue mich sehr auf das nächste Buch von Colin Hadler – vielleicht ja tatsächlich einmal ein reiner Liebesroman?! ????
Rezensionen von Ecinev:
Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup
Spannendes Versteckspiel
1992 eine Gruppe eines Kinderheims macht einen Ausflug in ein Naturreservat. Der Biologielehrer freut sich darauf, den Kindern die Natur näher zu bringen. Doch das endet recht bald als die Kinder beim Versteckspiel die Leiche eines Jungen finden.
In der Gegenwart wird eine junge Mutter vermisst. Die letzte Nachricht hat sie von ihrem neuen Handy an ihre Tochter geschickt.
Schnell wird klar, sie wurde schon länger gestalkt und hat nach jeder neuen Nachricht auf ihr Handy die Prepaidkarte gewechselt. Die Abzählreime die sie erhält sind verstörend. Dazu gerät ein nicht aufgeklärter Fall, der Tot einer Schülerin wieder in die Schlagzeilen. Auch sie wurde gestalkt und erhielt gruselige Nachrichten.
Die Ermittlerin Naja Thujen muss wieder mit Mark Hess zusammenzuarbeiten obwohl sie inzwischen getrennt sind. Auf diesen knapp 700 Seiten kommt auch viel privates zur Sprache und Mark ist sehr durch einen Unfall seines Bruders neben der Spur. Dadurch hat das Buch einige Längen und die Spannung konnte nicht durchgehend gehalten werden. Gerade zum Ende hin wird es wild und es sind jede Menge Personen im Spiel was einem einiges an Konzentration abverlangt.
Alles in allem aber wieder ein sehr spannendes Buch.
Rezensionen von Ecinev:
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
Der schwierige Umgang mit der Trauer
Emma und Liv waren einst dicke Freundinnen und ständig zusammen. Doch jetzt ist Emma tot, ermordet vom eigenen Ehemann und Liv ist in tiefer Trauer. Dann ist da noch Maja, die Tochter von Emma die ihre Mutter leblos im Wohnzimmer vorfand und den Notruf wählte. Der Vater ist jetzt im Gefängnis, Maja lebt bei den Großeltern mütterlicherseits im hessischen Glauburg.
Sie kämpft mit Schuldgefühlen, da sie vorher noch böse Worte zu ihrer Mutter gesagt hatte. Eigentlich hatte sie ihren Vater viel lieber, der ihr viele Dinge erlaubte. Außerdem hat sie Heimweh, da sie in Hamburg gewohnt hat. Aber auch die Eltern von Emma, die jeder für sich trauern ohne gemeinsame Worte für das Unaussprechliche zu finden.
Ein schwieriges Buch und alles andere als ein Wohlfühlroman. Zeitweise erinnert es an ein Sachbuch, insbesondere zum Schluss hin, wo die Großeltern in Hamburg ebenso um das Sorgerecht für die 12jährige Maja kämpfen.
Der Schreibstil insgesamt wirkt ein wenig distanziert und trotz des traurigen Themas konnte ich keine große Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Durch die kurzen Kapitel jeweils aus der Sicht von Liv, Maja und den Großeltern weiß man jeder Zeit um wen es gerade geht. Einige Kapitel, auf schwarzem Grund sind geschrieben aus der Sicht von Emma, die ihre schwieriges Eheleben die ganze Zeit geheim gehalten hat.











