Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ingrid Weilharter:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Roman als Mahnmal!
Norbert Gstrein vermittelt uns in Romanform einen erschütternden Einblick in das kriegsgeschüttelte Österreich/Europa des zwanzigten Jahrhunderts. Sprachlich brilliant versteht es der Autor, uns die Geschehnisse beider Weltkriege und ihrer darin verstrickten persönlichen Schicksale näherzubringen.
Hervorstechend ist dabei seine kompromisslos pessimistische Grundhaltung. Gstrein stattet seine Hauptfigur Adrian zwar mit dem Glück aus, an keinem der beiden Weltkriege teilnehmen zu müssen, er zeichnet ihn jedoch mit Mutlosigkeit, Selbstzweifeln und Gewissensbissen - eine hoffnungslose, fast feige Figur, rechtschaffen aber ohne Glauben an Einfluss auf andere und (deshalb) ständig am Scheitern.
Trotz des durchaus mühsamen und zähen Erzählstils, ist das Lesen des Romans empfehlenswert. Die Erzählung steht als mahnendes Beispiel dafür, welche Voraussetzungen und vor allem Nachwirkungen kriegerische Auseinandersetzungen auf persönlicher Ebene haben und hat auch als Plädoyer gegen das Vergessen des Genizids an der jüdischen Bevölkerung seine Bedeutung.
Rezensionen von Gute_Laune:
Gärtnern mit dem Hochbeet von Folko Kullmann
Für prächtige Hochbeete im eigenen Garten
Dieses Buch quillt geradezu über vor Ideen und Liebe zu Hochbeeten! Die Kapitel Hochbeete im Garten; Planen und Bauen; Pflanzen und Pflegen stecken voller wichtiger und hilfreicher Informationen. Aber auch die Übersicht der Krankheiten und Schädlinge mitsamt Tipps zur Abhilfe ist hoch interessant.
Zum Abschluss gibt es noch die Übersicht Mischkultur, die gute und schlechte Nachbarn zu den Pflanzenarten aufzeigt.
Die vielen prächtigen Fotos veranschaulichen deutlich, was man mit Hochbeeten erreichen kann. Nicht nur die Pflanzen darin, sondern die Materialien und Formen der verschiedenen Hochbeete sind umwerfend. Es gibt einige Fotostrecken für den Aufbau von diversen Hochbeeten aus den unterschiedlichsten Materialien. Ob bepflanzt mit Gemüse, Obst, Kräuter, Gräser oder Blumen, die gezeigten Hochbeete überzeugen, dass man selbst auch mindestens eines, besser mehrere, haben muss! Für alle Begebenheiten und Lichtverhältnisse gibt es hier Tipps und Informationen. Alle Materialien werden vorgestellt und für jeden Geldbeutel findet sich eine Möglichkeit, ein Hochbeet anzulegen.
Obwohl ich schon länger Hochbeete bepflanze, habe ich in diesem Buch massenweise neue Ideen, Anregungen und Informationen für mich gefunden. In das Hochbeet aus Gabionen mit Ziegeln habe ich mich regelrecht schockverliebt. Leider werde ich das aus Mangel an Material nicht nachbauen können. Dennoch werden es bei mir mit jedem Jahr mehr Hochbeete, so genial finde ich sie.
Die Informationen für Bepflanzungen und zu einzelnen Pflanzen sowie deren Bedürfnisse machen die Hoffnung auf noch größere Erträge, als ich bisher hatte, enorm groß. Schön strukturierte Informationen zu allen Fragen rund um das Hochbeet gepaart mit vielen Bildern ist genau die Art Hilfe, die mir in Gartendingen am liebsten ist. Die Liste für die Mischkultur mit guten und schlechten Nachbarn finde ich sehr informativ. Zudem fühlt man sich mit den Texten nicht klein und dumm, nicht belehrt. Und obwohl man den Wunsch hat, ganz viel in Hochbeeten anzubauen, entsteht kein Druck, gleich zum Selbstversorger werden zu müssen.
Kommt gut rüber, dass ich das Buch mag, oder? Wieder einmal hat ein GU-Ratgeber meine Erwartungen bestens erfüllt! Fünf Sterne.
Rezensionen von clematis:
Die Witwe von M. W. Craven
Ratten
Ein Toter in einem schmuddeligen Bordell – was soll Serienmörderjäger DS Washington Poe da ausrichten? Aber nicht umsonst werden er und die sehr spezielle Analytikerin Tilly Bradshaw hinzugezogen, um diesen Fall aufzuklären. Rasante Ermittlungen sorgen wieder für ein großartiges Lesevergnügen.
Ein skurriler Gerichtstag wird zum ungünstigsten Zeitpunkt unterbrochen, um Poe und Bradford zu „entführen“. Der Mord an einem Freudenhausbesucher erweckt Aufmerksamkeit, warum ist der ehemalige Pilot hier „abgestürzt“? Bald sind Ermittler von FBI und MI5 dem Täter auf der Spur und Tilly erkennt Verbindungen zu einem ehemaligen Bankraub, bei dem nichts gestohlen, dafür aber eine Ratte am Tatort hinterlassen worden ist. Und auch nun ist es eine Ratte, welche erste Hinweise liefert. Chaotisch und gerade deshalb so genial, verläuft die Suche nach der Wahrheit, denn Washington und Tilly sind alles andere als normale Kriminalisten. Gewitzt und klug nähert man sich den tatsächlichen Gegebenheiten an, muss nicht nur einmal den Kurs wechseln und sich aus einer Sackgasse manövrieren. Großartige Charakterzeichnungen und ein eloquenter Schreibstil lassen das Ausheben des Rattennestes zum wahren Vergnügen werden.
Eine bestens durchdachte Handlung, welche verstrickt dargestellt wird und schlussendlich lückenlos aufgelöst wird. M. W. Craven ist stets Garant für Spannung auf hohem Niveau, daher auch diesmal eine Leseempfehlung!
Rezensionen von begine:
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Klasses Debüt
Hazel sagt Nein, dieser Roman ist der Schriftstellerin Jessica Berger Gross gut gelungen.
Sie schreibt hier über eine Familie, die von New York nach Maine zieht.
Es beginnt mit dem ersten Schultag an der neuen Schule.
Die achtzehnjährige Hazel wird gleich zum Direktor gerufen.
Sie braucht nur noch ein Jahr um sich am College zu bewerben.
Als der Direktor sagt; Ich suche jedes Jahr ein Mädchen aus, mit dem ich Sex habe.
Da war ich , das Hazel nein sagt. Aber der verdreht die Wahrheit und Hazel wird von dem Ort angefeindet.
Erst als sie die Geschichte aufschreibt und publik macht, wird sie von der Presse vorgeführt. Sie soll daraus ein Buch machen, aber Hazel hat Skrupel.
Sie will Schriftstellerin werden, aber nicht so.
Hazel und ihre Familie sind wunderbar dargestellt und die Emotionen sind prima.
Der Roman gefällt von Anfang an.
Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Rezensionen von Jule:
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Fesselnd bis zum Ende
Mit "The Ordeals" hat Rachel Greenlaw einen famosen Auftakt zu einer neuen Reihe geschrieben. Wir begegnen auf unserer Reise nach Killmarth vielen verschiedenen Arten von Magie. Erleben Betrug, Lügen, Vertrauen und Liebe in einem Atemzug, versuchen Rätsel zu lösen und die Ordeals zu überleben.
Es ist eine Geschichte voller Emotionen und Überraschungen, die dazu führen, dass man einmal mehr tief durchatmen muss.
Dieses Buch umgibt eine ganz besondere Atmosphäre: leicht bedrückend, düster und voller Magie. Der Schreibstil lässt alles sehr intensiv erscheinen. Er erweckt die Magie zum Leben und sorgt dafür, dass das Buch nicht aus der Hand zu legen ist.
Auch die Protagonisten sind sehr authentisch und nahbar geschrieben. Es wird zwar alles aus der Sicht von Sophia erzählt – dennoch hat man das Gefühl auch den anderen Protagonisten wie Alden, Greg und Tessa sehr nah zu sein.
Sophia ist eine super interessante Protagonistin, die aus ihrem Leben bei dem Sammler entfliehen und unbedingt nach Killmarth möchte. Ihre Beweggründe sind mehr als nachvollziehbar und schon ihr Weg nach Killmarth ist alles andere als leicht. Auch wenn sie manchmal ein paar Unsicherheiten und Schwächen hat, gleicht sie diese durch Durchhaltevermögen wieder aus. Sie steht zu sich selbst und dem, was sie ist.
Alden dagegen kommt aus einem ganz anderen Leben und was sich zwischen diesen zwei Charakteren über die Zeit entwickelt, ist sehr intensiv. Hier kommt es allerdings zu dem einzigen kleinen Kritikpunkt: Die kurzen expliziten Szenen hätten für mich nicht sein müssen. Die Geschichte wäre auch sehr gut ohne diese ausgekommen.
Ansonsten konnten mich besonders die Ordeals von sich überzeugen: Die Vielfältigkeit und die konstante Spannung, sind kaum zu überbieten. Dazu noch Dinge und Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Es ergibt sich ein rundes, magisches Gesamtbild. Und das Ende? Das hat mich sprachlos zurückgelassen...
"The Ordeals" ist definitiv eine Empfehlung für alle, die sich von Magie verzaubern, tödliche Ordeals überleben und nebenbei noch eine Liebesgeschichte haben wollen.
Voller Geheimnisse, Lügen und Wendungen und dem Tod immer ganz nah, hat Rachel Greenlaw es geschafft, mich mit einer neuen Welt zu verzaubern.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Beeindruckend - erschütternd - lesenswert
Sehr gut geschrieben, beeindruckend, erschütternd - ein wirklich lesenswertes Buch, aber für mich in der heutigen politischen und gesellschaftlichen Zeit fast nicht zu ertragen! Das "richtige" Buch zur "falschen" Zeit - so könnte ich es für mich bezeichnen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar PflegerRezensionen von MarcoL:
Das Unwetter von Brit Bildøen
Leichte Literatur für Zwischendurch mit etwas nordischem Feeling
Dorte wollte nur ein schönes Fest organisieren. Ihr Eltern waren nun fünfzig Jahre verheiratet, da sollte es schon was besonderes werden – in einem abgelegenen Hotel am Rande zur Wildnis, wo es anscheinend Wölfe und Luchse gab.
Aber sie würde eh alles falsch machen, so ihr Mindset – denn ihre Familie mit ihrer Schwester Annette samt Schwager oder ihren Eltern im Speziellen haben doch immer was zum Nörgeln, und wenn es nur darum ging, weil Dorte weder eine eigene Familie noch Kinder wollte.
Möglicherweise passte auch ihrem Zwillingsbruder Karl etwas nicht … aber sie gab sich Mühe.
Das Wetter war alles andere als prächtig – Dauerregen – und natürlich ein Erdrutsch, der das Ressort von der Außenwelt abschottete. Die Familie wären die einzigen Gäste im Hotel von Ole gewesen, hätte dieses Unwetter nicht zwei Jäger in letzter Sekunde angespült. Im Gepäck Waffen und vergiftete Fleischköder. Beides unachtsam in der Vorhalle abgelegt … und der Hund von Annette macht eben mal Hundedinge …
Der Roman liest sich leicht und locker, aber von der sonst so typischen nordischen Düsternis, welche solche Literaturgenres im Allgemeinen versprechen, findet sich leider nichts. Es werden auch keine alten Familiengeheimnisse ans Tageslicht gefördert. Hauptaugenmerk liegt auf dem Lagerkoller (gerade mal 2 Tage) und eben einer traurigen Sache, die da passiert, ohne so richtig eine Spannung zu erzeugen. Man liest weiter in der Hoffnung auf einen großen Showdown oder was auch immer … falsche Erwartung? Keine Ahnung. Es dreht sich viel um das Seelen- und Liebesleben von Dorte. Und ja – die Thematik der Wölfe und der sinnlosen wie grausamen Jagd wird zumindest sehr gut angesprochen, und so entwickelt sich der Roman in eine Art Pro-Wolf Plädoyer, was ja an sich nicht verkehrt ist.
Fazit: der Roman ist eine feine Lektüre für Zwischendurch und kalte Winterabende, der sich schnell weg liest. Einen großen literarischen Anspruch darf man tatsächlich nicht haben.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Sigrun Alten:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Dieses Kadaverleuchten lebender Leichname
Geboren 1901 erlebt Adrian den Untergang der K&K Monarchie und die beiden verheerenden Weltkriege. Eine Einberufung bleibt ihm aufgrund seiner vom Vater herbeigeführten Behinderung erspart, nicht aber die Begegnung mit Männern, die schwer verletzt und traumatisiert aus dem Krieg zurückkehren und ihn nachhaltig prägen.
Adrian ist kein Mitläufer, eher ein Mithinkender, nicht fähig, Stellung zu beziehen, sein Leben und seine Beziehungen aktiv zu gestalten, die Bilder und Gespenster der Vergangenheit loszulassen. Erst in den 60ern erfährt er noch eine späte Liebe in seinem Sehnsuchtsland England und so etwas wie Befreiung.
Im ersten Licht ist ein beeindruckendes Stück Literatur über die österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts, über Krieg und die damit einhergehenden Traumata, seelischen Verwüstungen, über Überlebende und Opfer, Gewinner und Verlierer.
Rezensionen von Annaja:
Freiheit für die Waldwiesel von Stepha Quitterer
Kleine Wiesel, großes Herz
Ein wunderschönes Cover, das die quirligen kleinen Tierchen in Eiltempo zeigt.
Piet ist ein Waldwiesel, und was für einer. Er hat einen tollen Charakter, er ist schlau, mutig und hilft, wenn es nötig wird, auch dann, wenn er sich selbst in große Gefahr begibt.
Ein Wettbewerb für Waldwiesel, bei dem er nicht gewinnen kann, da dort ordentlich gemogelt wird und ein großes Abenteuer in der Stadt, in die Piet unbedingt muss, weil dort seine Familie und seine Freunde gefangen gehalten werden, das ist die Geschichte, um die es hier geht.
Die Leser erwartet ein witziges, klug durchdachtes Kinderbuch, das in das Reich des Waldes führt, wo man auf kindgerechte Art auch viel Wissenswertes erfährt. Bezaubernde Zeichnungen regen die Fantasie an und das Gefühl für Gemeinschaft hinterlässt eine klare Botschaft.
Besonders lustig finde ich die witzige Verwendung der Wiesel durch die "Menschensprache" , sowie viele derer Charaktereigenschaften und Gebräuche.
Eine entzückende Lektüre, mit Lerneffekt, die ich gern weiterempfehlen kann.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Kriege hinterlassen Spuren auch in den Seelen
Norbert Gstrein schildert in seinem Roman sehr subtil tiefe Spuren von Kriegen jenseits von historisch harten Fakten; zB. für die jungen Kavaliere der Wiener jeunesse doree am Ende der Monarchie, die sich mit der Kavallerie für Kaiser, Volk und Vaterland in die Schlachten werfen durften, als körperliche und seelische Krüppel zurückgekommen sind und keinen Platz in der Gesellschaft mehr gefunden haben; für die verdiente Familie aus dem Wiener Geldadel, die wegen ihrer Herkunft einfach verschwunden ist; für den jungen begeisterten Anhänger einfacher völkischer Ideen, der als gebrochener Mensch den Krieg überlebt hat und letztlich untergeht; für die Schwester jenes englischen Soldaten, der – zu unrecht? – im Schlachtgetöse standrechtlich erschossen worden ist, und die ihr Leben lang versucht, ihn zu rehabilitieren.
Gstrein erzählt dies aus der Perspektive des Adrian, geboren 1901, vom eigenen Vater mit einem Axthieb in den Unterschenkel kriegsuntauglich gemacht, dem die Mutter eines Kavalleristen die Ausbildung zum Lehrer ermöglicht und der sich Zeit seines Lebens als Lehrer im Salzburgischen aus der Distanz mit Kriegen und Schlachten beschäftigt und dabei nicht daran denkt, sein eigenes Leben zu leben.
Der Roman ist keine „leichte Kost“. Die eher nüchterne Sprache passt meiner Meinung nach gut zu den teils düsteren und bedrückenden Schilderungen. Der Spannungsbogen erlaubt es dennoch nicht, das Buch einfach für eine Zeit wegzulegen, sondern motiviert zum Weiterlesen bis zum Ende.
Und, der Roman erzählt auch einen Teil unserer Geschichte vom Kaiserreich bis zu dem Bundespräsidenten mit subjektiven Erinnerungsschwierigkeiten, allerdings aus der Perspektive eines leicht autistisch geprägten Eigenbrötlers.
Sehr empfehlenswert für alle, die sich mit Auswirkungen von Kriegen, die über die rein journalistisch-historischen Schilderungen hinausgehen, beschäftigen wollen und vielleicht auch nachfühlen wollen, was sich in den Köpfen und Seelen unserer Vorgängergenerationen abgespielt haben könnte. Denn mein Großvater war Jahrgang 1903.








