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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gerlisch:

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Fall into Dreams von Amy Baxter

Konnte mich nicht fesseln

Gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven, sie bringen Dynamik in die Geschichte und lassen Einblicke in die verschiedenen Gefühle und Gedanken zu. Allerdings habe ich die Emotionen leider nicht gefühlt. Ich konnte mich weder mit Amber, noch mit den anderen Figuren wirklich verbunden fühlen.

Die Handlungen wirken insgesamt eher ruhig. Manche Szenen werden sehr ausführlich beschrieben, obwohl sie für die Story kaum Bedeutung haben. Andererseits fehlte an anderer Stelle mehr Hintergrundwissen. Hier hätte das Buch definitiv ein paar zusätzliche Seiten vertragen.
Mit kurzen, abgehackten Sätzen wurde hier Tempo erzeugt und der Schreibstil ist leicht zu lesen. Ein Punkt, der mich allerdings irritiert hat: Ich habe den Grund nicht verstanden, warum Ambers den Kontakt zu ihrer Freundin Flo abgebrochen hat. Beste Freundinnen sind doch immer für einander da und suchen nach Lösungen für ein Problem. Dieser Aspekt hätte viel Raum für emotionale Tiefe geboten, wurde aber kaum genutzt.
Fall into Dreams ist ein abgeschlossener Roman mit einer schönen Grundidee und einem angenehmen Setting. Wer leichte, ruhige Lektüre sucht, wird hier fündig. Mich konnte die Story nicht fesseln, daher leider nur 2,5 Sterne.

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Fall into Dreams

Rezensionen von Daggy:

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Das NEINhorn-ABC von Marc-Uwe Kling

Humorvolles Alphabeth

Dieses Buch wird allen Neinhorn-Fans begeistern, denn hier treffen wir viele Bekannte wieder. Schon das Cover zeigt uns das Neinhorn mit einem ABS-Schild.
Und dann starten wir mit dem A! Der ABÄR mit seinem ständigen „Aber, aber…“ ist hier zu sehen. Natürlich ist bei B der BIBBER, dem immer kalt ist abgebildet.

„Immer lockeer bleiben“ fordert und bei C das ChinCHILLMAL auf. Der PLAPPERgei ist bei P unterwegs und ein UNFAIkel sehen wir bei U.
Kleine spaßige Kostproben aus diesem besonderen und sehr witzigen ABC. Keine Ahnung, ob die Kinder das Alphabet so lernen, aber sie werden Spaß haben und hin und wieder laut lachen und das ist ja auch etwas sehr schönen, oder?
Klein, witzig und mit gewohnt tollen Bildern, auch ein hervorragendes Mitbringsel.

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Das NEINhorn-ABC

Rezensionen von Lydia_Te:

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Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen

Beziehungen

Das Cover und der Titel wirken unscheinbar. Umso mehr war ich über den Inhalt überrascht und erfreut.
Im Buch "Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?" von Wencke Mühleisen geht es um ein 65-jähriges Ehepaar. Erika und Jan machen einen gemeinsamen Urlaub in Italien, in der Hoffnung das dieser Urlaub die eingestaubte Beziehung in Schwung bringt.

Aber leider ist genau das Gegenteil der Fall. Am letzten Abend gesteht Jan, dass er seit mehr als einem Jahr eine Beziehung zu einer anderen Frau hat. Nach dieser Beichte hat Erika so ziemlich alle Gedanken die man einfach nur haben kann. Die Geschichte ist wirklich ausgezeichnet umgesetzt und hat mich sehr gefesselt. Besonders interessant finde ich die ganzen verschiedenen Gedankengänge die Erika hat und das sie sich mal mit ihrem Schicksal abfindet und dann wieder nicht. Manchmal sind mir ihre Gefühle wie ein Pendel vorgekommen die von einem Extrem ins andere geschwankt sind.

Auch wenn ich mit Ende 20 eher nicht in die angepeilte Lesegruppe falle, hat mich der Roman durch die Sprache und den Inhalt absolut abgeholt und war mein Lesehighlight im Februar 2026.

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Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?

Rezensionen von Gerda:

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Gemüsepower von Lucia Schauerhammer

Macht Lust auf die neue Saison


„Prinzip Market Garden: ressourcenschonend & biointensiv auf kleiner Fläche. Fair, effizient & saisonal in deinem Garten.“

Im Moment liebe ich Gartenbücher. Ich bin seit kurzem stolze Besitzerin eines Hochbeetes. Die Fläche kommt mir doch arg klein vor. Was soll und kann ich dort anbauen?

In diesem Buch wird so einiges erklärt.

Zuerst befindet sich im Umschlag des Covers ein Erntekalender. So kann man strukturiert den Anbau planen. Dann ist das Buch in Kapiteln für jede Jahreszeit geordnet. Wann und was kann ich machen. Es werden viele verschiedene Sorten erklärt. Außerdem geht es um (Un-)Kräuter, Krankheiten, einige Rezepte, Kompostierung, Aufbau eines Hochbeetes und vieles andere. Die Themen werden zum Teil nur kurz angesprochen. Hier kann man bei Interesse woanders die Themen vertiefen.

Ein schönes Gartenbuch, das sehr viel erklärt.

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Gemüsepower

Rezensionen von Claudia R.:

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Der himbeerrote Drache von Georg Bydlinski

drachenstark

Klappentext / Inhalt:

Einst lebte ein kleiner Drache, der sah ganz anders aus als die anderen: Nicht grün, sondern rot getupft wie Himbeeren. Die aß er auch am liebsten - ganz alleine. Die anderen Drachen ärgerten sich darüber und lachten ihn aus. Gekränkt machte sich der kleine Drache auf den Weg fort aus dem Drachenland.

Doch bald merkte er, wie sehr ihm alles fehlte – und dass Himbeeren am besten schmecken, wenn man sie teilt.
Georg Bydlinski ist einer der bekanntesten österreichischen Kinderbuchautoren. Er erzählt warmherzig und ehrlich von Freundschaft und dem Glück, zu teilen.
Louisa Kron bringt mit ihren originell-verspielten Bildern eine frische Leichtigkeit in die Geschichte. Sie illustriert fantasievoll, atmosphärisch und mit viel Liebe zum Detail.

Cover:

Das Cover ist sehr liebevoll und farbenfroh umgesetzt. Ein großer Drache ist hier im Vordergrund erkennbar und einige andere grüne Drachen werden hier angedeutet. Der Himbeerrote und zudem auch viele Himbeeren drumherum sind hier erkennbar und stehen im Fokus. Optisch und farblich ist das Ganze klasse umgesetzt.

Meinung:

Ein fröhlicher kleiner Drache im Drachenland wird für seine Farbe von den anderen Drachen schikaniert. So beschließt dieser das Drachenland muss aber doch recht schnell fest stellen, wie sehr es ihm fehlt.

Eine wundervolle Geschichte übers anders sein, Freundschaft und das gemeinsame Teilen und genießen.

Zu viel möchte ich hier inhaltlich jedoch nicht vorweg nehmen und halte mich daher mit weiteren Angaben und Informationen zurück.

Der Schreibstil ist angenehm, locker, leicht und flüssig lesbar. Der text ist teils recht kurz gehalten und sich das Bild-Text Verhältnis ist sehr ansprechend und gut gewählt. Die Textlänge je Seite ist überschaubar und auch die Schriftgröße ist recht groß und angenehm gewählt. Die Textpassagen haben eine gute und angenehme Länge. Der text ist verständlich und für die Altersstufe passend gewählt.

Die wundervollen bunten Illustrationen runden das Ganze sehr schön an. Die bunten Bilder veranschaulichen die Geschichte und das Gelesene sehr gut und geben dies sehr gut wieder. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh und wunderschön umgesetzt.

Die Geschichte ist liebevoll erzählt und die Botschaft dahinter sehr gut vermittelt. Ein wundervolles und zugleich auch sehr liebevolles Kinderbuch.

Die Umsetzung hat mir sehr gut gefallen und sowohl die Geschichte, wie auch auch die zeichnerische Gestaltung hat mir sehr gut gefallen und mich angesprochen. Ein tolles Kinderbuch. Drachenstarke Geschichte.

Fazit:

Ein wundervolles und sehr liebevolles Kinderbuch.

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Der himbeerrote Drache

Rezensionen von ekiam:

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Kissed by the Quarterback von Katie McLane

Fake Dating, Enemies to Lovers und ein viraler Kuss

Ein Foto eines ungeplanten Kusses zwischen Pilotin Kim und Quarterback Easton – bislang eher als Bad Boy bekannt – geht viral und löst zahlreiche Turbulenzen im Leben beider aus. Als sich auch die Presse einschaltet, werden sie von den jeweiligen PR-Mitarbeitern ihrer Arbeitgeber dazu verpflichtet, das Märchen einer beginnenden Liebesbeziehung weiter aufrechtzuerhalten.

Katie McLanes locker-flüssiger Schreibstil macht den Einstieg in die fesselnde Geschichte leicht. Der Wechsel zwischen den Point of Views von Kim und Easton lässt die Handlungen und Gedanken beider Protagonisten gut nachvollziehen. Die Figuren sind von Beginn an authentisch, und vor allem Eastons Entwicklung ist nicht übereilt dargestellt, sondern zeigt sich Stück für Stück von Kapitel zu Kapitel. Auch ernste Themen wie Verlust, Charity Arbeit für kranke Kinder und ansatzweise Stalking finden in der Geschichte Platz, ohne konstruiert zu wirken.
Die Auflösung am Ende war mir persönlich allerdings ein bisschen too much, vor allem angesichts der zuvor sehr angespannten Haltung beider Protagonisten gegenüber der Klatschpresse.

Fans der Tropes Sports Romance, Enemies to Lovers, Fake Dating und Forbidden Love (Brother’s Best Friend) kommen hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten. Definitiv ein Buch für ein paar entspannte Lesestunden!

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Kissed by the Quarterback

Rezensionen von hyakinthos:

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Schleifen von Elias Hirschl

Mehr als nur Worte

Der Roman „Schleifen“ von Elias Hirschl ist alles andere als konventionell. Ausgehend von der ungewöhnlichen Idee einer jungen Frau, die Krankheiten entwickelt, sobald sie von ihnen hört, entfaltet sich ein ebenso kluges wie radikales Spiel mit Sprache und Denken. Franziska Denk und der Mathematiker Otto Mandl geraten dabei in ein Geflecht aus Sprachsystemen und Gedankenkonstruktionen, das sich zunehmend verselbstständigt.

Was als originelle Prämisse beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Experiment aus: Sprachwissenschaft, Philosophie und Mathematik überlagern sich, ernsthafte Reflexion steht neben ironischer Brechung. Manche Passagen (insbesondere die mathematischen) fordern Geduld, doch gerade diese intellektuelle Reibung macht den Reiz des Romans aus.
Der Titel ist dabei Programm: Motive kehren wieder, verschieben sich, kreisen umeinander. Es entsteht ein Text, der weniger geradlinig erzählt als vielmehr Denkbewegungen nachzeichnet.
Nicht jede*r Leser*in wird sich auf dieses Spiel einlassen wollen. Doch wer Freude an Sprachreflexion, theoretischen Gedankenspielen und literarischer Grenzüberschreitung hat, wird hier fündig. Ich persönlich habe das Buch als Sprachliebhaber besonders geschätzt; vor allem die Fragen nach der Wirkmacht von Sprache und der Idee einer „perfekten“ Ausdrucksform haben mich nachhaltig beeindruckt.
„Schleifen“ ist eigenwillig und unverkennbar: ein Roman, der nicht alles erklärt, aber lange nachhallt.

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Schleifen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Tanzen im Kopf von Zdenka Becker

Eine klare Leseempfehlung!

Mara Balcovà hat bis zu ihrer Pensionierung in einem slowakischen Krankenhaus als Krankenschwester gearbeitet. Ihre Kinder sind erwachsen, der Ehemann ein Alkoholiker und die Pension gering. Sie macht nun das, was viele Frauen ihres Alters machen: Sie nimmt eine Stelle als 24-Stunden-Pflegekraft in Österreich an.

Ihre neue Klientin ist Elvira, einst eine gefeierte Tänzerin und Choreografin, die vor drei Jahren die niederschmetternde Diagnos der tödlichen Nervenkrankheit ALS erhalten hat. Inzwischen ist ihr Körper vollständig gelähmt, dennoch nimmt sie rege an ihrer Umgebung teil. Sie kann nur mehr mit einen durch ihre Augenbewegungen gesteuerten Computer mit ihrer Umwelt kommunizieren, aber im Kopf tanzt sie noch immer.

„Ich habe einen Vogel im Kopf. Er flattert in meinem Schädel herum und bringt alles durcheinander. Und er frisst, was er findet. Er frisst mein Gehirn. Die Hände und Füße sind dann machtlos. Sie tun nicht das, was der Verstand will.“

Die Pflege von Elvira ist trotz aller technischer Hilfsmittel anspruchsvoll. Doch die beiden Frauen kommen einander näher, obwohl sie unter unterschiedlichen Vorraussetzungen aufgewachsen sind. Anders als ihre Kollegin Jolanka, mit der sich Mara alle zwei abwechselt, erzählt Mara Märchen, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Für Jolanka ist der „Aufwand, den Mara mit Elvira treibt, völlig unnötig“. Vor allem, dass Elvira ihr Aussehen wichtig ist und es genießt, geschminkt zu werden, findet Jolanka unpassend. Daher freut sie sich immer, wenn Mara für die nächsten zwei Wochen die Pflege übernimmt.

Mara und Fred, Elviras Vater, schenken Elvira, die Vivi genannt, wird schöne Stunden. So wird mit dem Twin City Liner auf der Donau nach Bratislava gefahren oder ein Ausflug in die Wachau organisiert. Vivi hat eine Bucket-List, die sie gerne erledigen möchte, bevor sie sich dem Unvermeidlichen stellt. Ein Punkt ist der Besuch einer Freundin, die nach einem Bühnenunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und in London lebt. Doch Fliegen lässt Vivs Gesundheitszustand, der noch dazu durch die aktuelle Covid-Pandemie bedroht ist, nicht zu.

Allerdings machen wir auch regelmäßig Abstecher in Maras Leben in ihrem Heimatort Modrany. Während sie zusätzlich Geld verdient, ergibt sich ihr Ehemann dem Alkohol. Als sie zu Weihnachten wegen des Dienstes nicht nach Hause kann, eskaliert die ohnehin angespannte Atmosphäre. Als dann wegen der Covid-Pandemie der mehrwöchige Lockdown verhängt wird, und Mara nicht nach Modrany fahren kann, fasst sie einen Entschluss ...


Meine Meinung:

Zdenka Becker spricht in diesem Roman gleich mehrere Themen an: Da ist z.B. die tägliche Arbeit der slowakischen Pflegekräfte bei ihren Klienten und Klientinnen, bei der sie häufig auch ausgenützt werden und zu Arbeiten herangezogen werden, die nicht im Vertrag stehen, oder die Entfremdung ihrer Ehemänner und Kinder in der Heimat. Gleichzeitig zeigt die Autorin, wie liebevoller und empathischer Umgang den Klienten und Klientinnen auch in aussichtlosen Fällen, ein wenig Lebensfreude schenken kann. Die rapide Verschlechterung Elviras Gesundheitszustandes betrübt auch Mara. Nicht nur, weil sie ihre Arbeit verlieren wird, sondern weil sie eine zutiefst empathische Person ist.

Man kann sich nur wünschen, eine Mara als Pflegekraft zu bekommen, wenn es einmal notwendig sein sollte.

Fazit:

Diesem berührenden Roman, der für mindestens eine Person ein neuer Anfang bedeutet, gebe ich gerne 5 Sterne und ein Leseempfehlung.

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Tanzen im Kopf

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Seelenverwandte von Christine Dobretsberger

Eine Leseempfehlung

Christine Dobretsberger hat 18 prominente Paare, die eine Seelenverwandtschaft zu einander verspüren, interviewt. In entspannter Atmosphäre, meistens in einem Kaffeehaus, haben sie zu dritt über diese tiefe Freundschaft gesprochen.

Die meisten Paare haben sich über ihren Beruf gefunden. Interessanterweise sind nur zwei Paare auch privat ein Paar.

Manche Seelenverwandtschaft ist z.B. wegen des großen Altersunterschieds durchaus ungewöhnlich, andere wiederum höchst einleuchtend.

Zu jedem Paar gibt es ca. 12 Seiten Text, die mit zahlreichen Fotos ergänzt werden.

Ich möchte den Beiträgen nicht vorgreifen. Einfach selbst lesen, ist meine Empfehlung. Es lohnt sich! Das Buch ist in gediegener Aufmacheung im Amalthea-Verlag erschienen, einzig ein Lesebändchen hätte ich mir noch gewünscht. Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das sich bestens als Geschenk eignet, 5 Sterne.

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Seelenverwandte

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Chinas entführte Töchter von Barbara Demick

Eine klare Leseempfehlung!

Barbara Demick, eine bekannte amerikanische Journalistin und Fernost-Korrespondentin der Los Angeles Times, erzählt die Geschichte der chinesischen Zwillinge Fangfang und Shuangjie, die 2000 geboren worden sind. Da sie nicht die ersten Kinder ihrer Eltern sind, sind sie den Behörden, die die strengen Regeln zur Geburtenkontrolle überwachen, ein Dorn im Auge.

Die Familie verbirgt die Zwillinge vor dem Staat, doch der Versuch scheitert. Fangfang wird im Alter von 18 Monaten ihrer Familie entrissen und zur Adoption freigegeben. Von einer christlichen Familie aufgenommen, wächst sie unter dem Namen Esther in Texas auf, ohne zu wissen, dass sie ein Opfer einer staatlichen Entführung ist.

Als sie vom Schicksal der getrennten Zwillinge erfährt, beginnen eine jahrelange Bemühungen das entführte Mädchen ausfindig zumachen und die Schwestern wieder zusammenzubringen. Dabei tauchen zahlreiche Fragen auf: Wie wird die Adoptivfamilie reagiern? Wie Fangfang/Esther? Welche Auswirkungen hat diese grausame Politik auf die Herkunfts- und Adoptivfamilien?

Meine Meinung:

Wie viele von uns im Westen, bin auch ich mit der Propaganda der Ein-Kind-Politik Chinas, um das ausufernde Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, aufgewachsen. Immer wieder wurde angeprangert, dass weibliche Föten abgetrieben und Mädchen ausgesetzt worden sind, weil in der chinesischen Gesellschaft nur Söhne zählen. Inzwischen erlaubt der Staat wieder die Mehrkind-Familie, weil man feststellen musste, dass Millionen von jungen Männern ohne Frauen bleiben werden ...

Die amerikanische Journalistin und Auslandskorrespondentin in Asien schreibt in diesem Buch, dass es Familien gibt, die sich über die Ein-Kind-Politik, trotz Verbote und Repressalien, hinweg gesetzt haben und, dass auch Töchter geliebt worden sind. Hier könnte man sagen, ja Revoluzzer und Abweichler gab und gibt es immer wieder, auch vereinzelt in China.

Was die Autorin aber aufdeckt ist der wahre Skandal. Über Jahre hinweg werden Familien, die mehr als das eine genehmigte Kind haben, ihre vor allem weiblichen Babys weggenommen, schwangere Frauen zu (oft sehr späten) Abtreibungen sowie und Frauen und Männer zu Tubenligatur bzw. Vasektomie gezwungen. Behördenvertreter, die häufig durch neidische Nachbarn unterstützt werden, durchkämmen Dörfer nach Babys.

Zunächst werden die Babys innerhalb Chinas (gegen eine Gebühr versteht sich) an kinderlose Ehepaare vergeben. Wenig später entwickelt sich ein einträgliches Geschäft mit Auslandsadoptionen, bei dem hunderte Kinder gekidnappt, mit falschen Papieren als Waisen ausgegeben und an zahlungskräftige Familien vorrangig in den USA, aber auch in Europa verkauft werden.

Diese Reportage wirft mehr als einen Schatten auf die Weltmacht China, deren Menschen verachtende Politik ohnehin bekannt ist. Interessant sind die gesellschaftlichen Hintergründe, die Barbara Demick recherchiert hat. In einem Staat, in dem es kein Sozialversicherungssystem wie wir es kennen gibt, sind viele Söhne die einzige Altersvorsorge. Zudem gibt es zahlreiche Vorschriften wie ein gewisses Einkommen und ein Mindestalter um heiraten zu können. Theoretisch ist vorehelicher Geschlechtsverkehr verboten, was natürlich nicht wirklich eingehalten wird, weshalb es zu vielen un- oder vorehelichen Geburten kommt. Ein willkommener Anlass, diese Kinder den Frauen abzunehmen.

Nun, nach vielen Jahren der Einkind-Politik und der Feststellung, dass Millionen von jungen Männern unverheiratet bleiben werden, weil Frauen fehlen, hat eine staatliche Umkehr stattgefunden. Man versucht Frauen dazu zu „bewegen“ wieder mehr Kinder zu bekommen. Dass das mit „Zuckerbrot und Peitsche“ ebenso rabiat durchgesetzt wird, wie die Einkind-Familie, wird wohl niemanden überraschen ...

Fazit:

Das Buch ist eine gute Mischung aus penibel recherchierten Hintergründen, politischen Fakten sowie der Geschichten sowohl der Herkunfts- als auch der Adoptivfamilie der Zwillingsschwestern. Dieser Reportage, die ich beinahe atemlos und stellenweise mit Wut im Bauch gelesen habe, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Chinas entführte Töchter