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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Des Träumers Verderben von Emfried Heidi

Mathieu Rassling, leitet gemeinsam mit seinem Bruder Marc eine erfolgreiche Firma. Doch anders als Marc ist er Neuem stets aufgeschlossen. Das gilt sowohl für sein Berufs- als auch für sein Privatleben. Dass Mathieu dabei Menschen vor den Kopf gestoßen, dürfte ihn nicht allzu sehr berührt haben.

Einen scheint es jedoch sehr nahe gegangen zu sein, denn der Unternehmer wird in der Garage eines Drei-Stern-Hotels nahe dem Wiener Westbahnhof tot aufgefunden.

Chefinspektor Leo Lang muss trotz urlaubsbedingter Personalknappheit den Fall übernehmen. Selbst sein Chef verabschiedet sich in die Ferien, nicht ohne ihm eine externe Unterstützung in Form einer Praktikantin beizustellen. Wie es häufig in Wien Usus ist, ist Alithia Podiwinksy die Tochter eines Ministerialbeamten aus dem Innenministerium und mit solchen Protektionskindern haben die alteingesessenen Kollegen so ihre liebe Not ...

Meine Meinung:

Mir hat dieser zweite Krimi recht gut gefallen. Er kommt ohne wilde Verfolgungsjagden aus. Dafür schildert die Autorin die oft mühsame Ermittlungsarbeit der Beamten. Leo Langs Truppe ist bunt zusammengewürfelt. Da ist zum einen, die toughe Cleo, die Führungsqualitäten beweist, oder der Halbbrasilianer Roberto oder der „echte Wiener“ Helmut, dessen urwienerischer Slang ziemlich rustikal durch die Dienststelle schallt. Und ja, die Praktikantin: die ist auch eine echt schräge Person. SIe studiert Soziologie und beschäftigt sich mit „Gender Studies“. Das kommt natürlich bei Helmut (mit dem altösterreichischen Namen Nowotny) richtig gut an. Er ist nämlich ein Meister darin, sexistische Witze zu erzählen. Die Kollegen hören inzwischen gar nicht mehr hin, Alithia gibt ihm Kontra.
Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten entwickelt sich die Studentin zu einem patenten Teammitglied.
Außerdem erfahren wir wieder ein bisschen von Leo Langs Privatleben. Nicht allzu viel, sondern nur so gerade einmal eine kleine Dosis, so dass man vom eloquenten Ermittler ein rundes Bild bekommt.

Für alle jene, die mit dem Wiener Dialekt nicht ganz so vertraut sind, gibt es im Anhang ein ausführliches Glossar.

Der Schreibstil gefällt mir: Nicht zu reißerisch, aber auch nicht langweilig. Die Dialektpassagen in den Teambesprechungen lockern diese genauso auf, wie die Erklärungen von Alithia Podiwinsky. Der Leser kann miträtseln, wer nun ein Motiv haben könnte. Es gibt mehrere Verdächtige und es dauert lange, bis alle Puzzleteile am richtigen Fleck sitzen.

Fazit:

Mir hat die Fortsetzung von „Die Akte Kalkutta“ sehr gut gefallen, denn sie kommt ohne Blutvergießen aus. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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45 mal Frauenpower am Bauhaus

Frauen am Bauhaus von Patrick Rössler; Elizabeth Otto

1919 feierte das berühmte „Bauhaus“ seine 100-jährige Gründung aus diesem Anlass sind mehrere Bücher erschienen, so auch dieses hier.

Sind die meisten Bücher aus männlicher Sicht geschrieben und beschäftigen sich mit den gewichtigen Männern wie Walter Gropius, Johannes Itten oder Wassily Kandniksy, so lesen wir hier die Kurzporträts von 45 Frauen.

Kurzporträts deswegen, um viele der Frauen hier unterzubringen und nicht, weil es zu den Lehrenden und Lernenden wenig zu sagen gäbe.

Die Kunstschule des Bauhauses zog Frauen (und Männer) aus der ganzen Welt in ihren Bann. Sehr viel der Studentinnen stammten aus großbürgerlichen, teils jüdischen Familien aus der Habsburger-Monarchie.

Einige der 45 sind wohl bekannt, wie z.B.:

Gunta Stölzl
Marianne Brandt
Karla Grosch
Ise Gropius
Lilly Reich
Lena Meyer-Bergner
Lucia Moholy
Gertrud Arndt
Irene Bayer
Lou Scheper-Berkenkamp
Benita Koch-Otte
Grete Reichardt
Margarete Leischner
Margarete Heymann-Loebenstein?


Sie werden u.a. Keramikerinnen, Weberinnen, Möbeldesignerinnen oder Fotografinnen. Einige von ihnen werden Opfer des NS-Regimes und in Auschwitz oder einem ander KZ ermordet. (Friedl Dicker,
Gertrud Gronow, Otti Berger oder Zsuzska Bánki)

Dieses Buch gibt einen umfangreichen Überblick über das Werk der Frauen im Bauhaus. Jedes Porträt zeigt ausführlich das Leben, den künstlerischen Werdegang und wird mit teilweise farbigen Abbildungen der Werke ergänzt. Im Anhang finden sich zahlreiche Literaturhinweise zu weiterführender Lektüre.

Fazit:

Dieses großformatige Buch ist der wohl umfangreichste Überblick über die Frauen, die das Bauhaus geprägt haben. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Ein "Cold Case" für Pierre Lagarde

Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges von Maria Dries

In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Da sie beste Beziehungen in die hohe Politik haben, wird der ehemalige Sonderermittler auch wirklich mit dem Fall betraut.

Er holt dazu zwei seiner ehemalige Kollegen und Valerie, die kompetente Gendarmin in sein Team. Die vier sind entsetzt, welche Ermittlungspannen auf Grund diverser Streitigkeiten wegen der Zuständigkeiten passiert sind.
Typisch für Lagarde und sein Team ist, dass sie auch unkonventionelle Ermittlungsansätze zulassen. Recht bald ist klar, dass Claire nicht das einzige Opfer des Täter ist. Eine Frau hat später Selbstmord begangen und eine lebt in einer Anstalt.
Akribisch arbeiten sie die teilweise lückenhaften Akten durch und befragen Zeugen von damals.

Meine Meinung:

Auch diesmal wieder ein fesselnder Fall, den Philippe Lagarde und seine Truppe bravourös lösen. Wer Maria Dries und ihren Kommissar Lagarde bereits kennt, weiß, dass kein Täter unentdeckt bleibt.

Obwohl Lagarde bereits zum 11. Mal ermittelt, ist die Reihe nicht langweilig. Manchmal ist ein Plot ein wenig spannender als ein anderer. Diesmal kann der Krimi durch seine penibel arbeitenden Ermittler wieder volle punkten. Inzwischen gibt es ja überall „Cold Case“-Spezialisten, die sich in regelmäßigen Abständen diese ungeklärten Fälle ansehen. Oft genug wird dann doch noch der Täter gefasst.

Fazit:

Philippe Lagarde und sein Team lösen auch 4 Jahre alte Mordfälle mit ihren oft unkonventionellen Methoden bravourös. Daher diesmal 5 Sterne.

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Ein "Cold Case" für Philippe Lagarde

Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges von Maria Dries

In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Da sie beste Beziehungen in die hohe Politik haben, wird der ehemalige Sonderermittler auch wirklich mit dem Fall betraut.

Er holt dazu zwei seiner ehemalige Kollegen und Valerie, die kompetente Gendarmin in sein Team. Die vier sind entsetzt, welche Ermittlungspannen auf Grund diverser Streitigkeiten wegen der Zuständigkeiten passiert sind.
Typisch für Lagarde und sein Team ist, dass sie auch unkonventionelle Ermittlungsansätze zulassen. Recht bald ist klar, dass Claire nicht das einzige Opfer des Täter ist. Eine Frau hat später Selbstmord begangen und eine lebt in einer Anstalt.
Akribisch arbeiten sie die teilweise lückenhaften Akten durch und befragen Zeugen von damals.

Meine Meinung:

Auch diesmal wieder ein fesselnder Fall, den Philippe Lagarde und seine Truppe bravourös lösen. Wer Maria Dries und ihren Kommissar Lagarde bereits kennt, weiß, dass kein Täter unentdeckt bleibt.

Obwohl Lagarde bereits zum 11. Mal ermittelt, ist die Reihe nicht langweilig. Manchmal ist ein Plot ein wenig spannender als ein anderer. Diesmal kann der Krimi durch seine penibel arbeitenden Ermittler wieder volle punkten. Inzwischen gibt es ja überall „Cold Case“-Spezialisten, die sich in regelmäßigen Abständen diese ungeklärten Fälle ansehen. Oft genug wird dann doch noch der Täter gefasst.

Fazit:

Philippe Lagarde und sein Team lösen auch 4 Jahre alte Mordfälle mit ihren oft unkonventionellen Methoden bravourös. Daher diesmal 5 Sterne.

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Eine gelungene Biografie

Vaclav Havel von Michael Zantovsky

Václav Havel (1936-2011) war eine schillernde und vielgestaltige Persönlichkeit. Er war Schriftsteller und Dramatiker mit Publikationsverbot, Dissident und nach der „Samtenen Revolution“ von 1989 auch ein gefeierter Staatsmann.

Auf Grund seiner Herkunft aus einer großbürgerlichen Familie, die 1948 nach dem kommunistischen Umsturz enteignet wurde, durfte er - wie viele andere, aus solchen Verhältnissen - keine weiterführende Schule besuchen.

Das machte ihm zeitlebens zu schaffen. Die diversen Ehrendoktorwürden nahm er nur ungern an, weil er sich dafür nicht gebildet genug fühlte.

Während des „Prager Frühlings“ war er Vorsitzender des „Klubs unabhängiger Schriftsteller“ und Unterstützer von Alexander Dubčeks Reformkurs.

Interessant, dass Havel erst 1977, wegen der von ihm initiierten „Charta 77“ ins Gefängnis musste.

Nach 1989 wurde er, fast schon wider Willen, Staatspräsident der Tschechoslowakei. Dieses Amt hatte er gleich dreimal inne. Unter seiner Regierung erfolgte - im Angesicht der blutigen Auflösung von Jugoslawien - die friedliche Trennung in Tschechien und Slowakei.

Ohnehin nicht mit besonders robuster Gesundheit ausgestattet und durch die jahrelangen Gefängnisaufenthalte sowie durch das Kettenrauchen geschädigt, stirbt Václav Havel am 18.12.2011 an Lungenkrebs.

"Havel war ein unangenehmes Spiegelbild für seine Landsleute" (Jiri Pehe)

Meine Meinung:

Als Österreicherin bin ich natürlich mit einem ambivalenten Verhältnis zur Tschechoslowakei aufgewachsen. Nicht immer habe ich die Geschehnisse im Nachbarstaat verfolgt, doch der „Prager Frühling“ 1968 und die „Samtene Revolution“ 1989 sind mir als Meilensteine in Erinnerung. Diese Biografie hat mir Details offenbart, die ich so nicht gewusst habe. Ich war z.B. immer der Meinung, dass Havel wegen seiner Haltung zum „Prager Frühling“ im Gefängnis war.

Biograf und Schriftsteller Michael Žantovský war lange Jahre als Diplomat an der Seite Havels. Er kennt Vàclav Havel genau. Sehr spannend finde ich die Zusammenstellung seines ersten Regierungsteams, das hauptsächlich aus (oft langhaarigen) Intellektuellen und weniger aus Politikern oder Diplomaten bestanden hat. Mit Karl Schwarzenberg holt er sich einen Vollblutdiplomaten und Politiker als Stabschef und Außenminister in sein Team, der in über verschiedene Hürden auf dem glatten Parkett der Politik begleitet (und fallweise auch rettet). Schmunzeln musste ich über die Passage, in der Havel & Co. eine Audienz bei Queen Elizabeth, aber keine adäquate Kleidung hatten. Schwarzenberg ließ die Delegation auf seine eigene Kosten in der Savile Row neu einkleiden.

Žantovskýs Biografie zeigt uns einen Mann, der bei aller Verletzlichkeit mit bewundernswertem Mut für Freiheit und Wahrhaftigkeit eintreten ist. Er schildert die faszinierende Geschichte eines verspielten Dramatikers, der die totalitären Verhältnisse seines Landes zum Einsturz bringt.

Die Biografie lässt sich sehr gut lesen. Manchmal sind die vielen Details ein wenig zu üppig und die Auszüge aus Briefen oder Theaterstücken für meinen Geschmack zu lange.

Ein bisschen mehr hätte ich gerne über den schwierigen Prozess der Restitution an die ehemals (oft mehrfach) enteigneten Familien gelesen.

Fazit:

Für diese umfassende Biografie eines großen Schriftstellers, Dissidenten und Politikers, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Ausflug ins Viktorianische London

Mord ist eine harte Lehre von Ann Granger

Dieser neue Fall führt Inspector Ben Ross aus dem nebeligen London u.a. nach Yorkshire. Ein junges Mädchen wird im Abfalltrichter eines Londoner Pubs tot aufgefunden. Ungewöhnlich an der Leiche sind ihre teuren Stiefel und das Fehlen einer warmen Überkleidung sowie die gepflegten Hände.

Schnell ist klar, dass der Fundort nicht der Tatort ist und die Tote keines der leichten Mädchen, die die Straßen von London bevölkern.

Doch vorerst scheint niemand die junge Frau zu vermissen. Die einzige Spur sind die Stiefel. Da Bens Vorgesetzte Dunn krankheitshalber das Bett hüten muss, gibt sich Ross eine Dienstaufträge selbst.

Gleichzeitig bemerkt Ruby, eine alte Dame, dass im Haus gegenüber etwas Geheimnisvolles vor sich geht: Eine junge Frau scheint gefangen gehalten zu werden, das sie niemals das Haus verlässt. Da BEn Ross mit dem Mord vollauf beschäftigt ist und in dieser Sache keinen Handlungsbedarf nach dem Gesetz sieht, nimmt sich seine Frau Lizzie Martin dieses Falles an und entdeckt ganz etwas anderes.

Meine Meinung:

Auch dieser Fall ist gut gelungen, denn er stellt die Zwänge der Londoner Gesellschaft um 1870 plakativ dar. Eine Lady (oder zumindest eine wohl erzogene Frau) tut dies oder das nicht. Lizzie setzt sich wie schon öfters über alles Konventionen hinweg. Ihre Neugier und der Drang zu helfen, bringen sie zwar manchmal in die Bredouille.

In diesem Krimi kann Lizzie Martin ihre soziale Ader und ihre vom Vater erlernte medizinische Kompetenz beweisen.

Schmunzeln musste ich über die Sinneswandlung von Chiefinspector Dunn. Dass die, der von Mrs. Dunn verordneten Medizin, nämlich dem opiumhältigen Laudanum geschuldet ist, hat doch recht erheitert.

Gut gefällt mir, dass mit Dr. Mackay ein neuer Charakter eingeführt worden ist. Der Arzt hält viel von den neuen Methoden zur Überführung von Tätern an Hand von Beweisen anstatt von herausgeprügelten Geständnissen. So untersucht er mögliche Tatorte und Tatwaffen auf Blutspuren. Die Feststellung der Blutgruppen und die Zuordnung zu Täter oder Opfer, wird noch ein wenig dauern. Der österreichische Arzt und Forscher Karl Landsteiner wird erst 1900 die spezifischen Blutgruppenmerkmale A, B und 0 entdecken.

Fazit:

Wieder ein fesselnder Krimi aus dem Viktorianischen London, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Norwegen unter dem Hakenkreuz

Schicksalstage am Fjord von Sofie Berg

Schauplatz: Norwegen 1942-1945. Deutsche Truppen haben Norwegen besetzt und üben den üblichen Terror aus. Kommunisten, Sozialisten, Juden und andere Regimegegner werden unerbittlich verfolgt.
So auch der Vater von Ingrid, der Hauptfigur dieses Romans, der als Kommunist bereits im Gefängnis war und weiter unter Beobachtung steht.

Viele Norweger engagieren sich mehr oder weniger aktiv im Widerstand. Selbst Gespräche mit echten oder vermeintlichen Kollaborateuren oder einfach Norwegern, die für die Besatzer arbeiten sind tabu.

Ingrid gerät gleich mehrfach in die Zwickmühle, weil sie sich erstens trotz Verbots seitens ihrer Familie mit Solveig abgibt, die für die Deutschen arbeitet und zweitens, weil sie sich in einen deutschen Marinesoldaten verliebt.

Die Rachsucht ihrer Schwester und ihres Bruders Ingrid gegenüber, als sie ein Kind vom „Feind“ erwartet ist furchtbar. Besonders grausam ist, dass sogar die kleinen Neffen indoktriniert werden und in der Cousine einen Feind sehen, der nicht einmal die Bauklötze angreifen darf.

Ingrids Mutter und ausgerechnet Ingrids Schwager Einar, der von der Gestapo verhaftet und in einem KZ gefangen gehalten worden ist, sind um Ausgleich, Verständnis und Sachlichkeit bemüht, kommen aber gegen den Hass der anderen Familienmitglieder nicht an.

Meine Meinung:

Ein zutiefst emotionaler historischer Roman, der die Unversöhnlichkeit mancher Menschen offenbart.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr gut zu lesen. Das Buch hat mich gefangengenommen und mich tief in diese Zeit eintauchen lassen. Teile der Geschichte sind Sofie Bergs eigener Familiengeschichte entnommen.

Sofie Berg hat starke Charaktere geschaffen. Die Zerrissenheit, die Verzweiflung von Ingrid lässt sich hautnah nachvollziehen.

Das Ende, das ich hier nicht verraten werde, kommt dann ein wenig abrupt mit einem Cliffhanger, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:

Für diesen historischen Roman gebe ich gerne 5 Sterne.

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Eine Hommage an eine große Frau

Margarete Schütte-Lihotzky von Mona Horncastle

Wer den Namen Margarete Schütte-Lihotzky hört, denkt unwillkürlich an die „Frankfurter Küche“. Diese Erfindung wird die großartige Architektin bis an ihr Lebensende beinahe „stigamtisieren“. Sie selbst sagt häufig empört „Ich bin keine Küche".
Margarete Schütte-Lihotzky ausschließlich auf die „Frankfurter Küche“ zu reduzieren, hieße Perlen vor die Säuer werfen.



Wer war sie nun wirklich?

Die 1897 in eine Wiener bürgerliche Familie hinein geborene Margarete war ihr ganzes Leben lang irgendwo die erste Frau. Sei es als Studentin oder als frei schaffende Architektin. Gegen viele Widerstände geht sie ihren Weg. Sozialkritisch und immer darauf bedacht, berufstätige Frauen zu entlasten, was ihr durch durchdachte Planung ihrer Wohnungen und Häuser gut gelingt. Nicht alle ihre Entwürfe werden tatsächlich gebaut.
In der Zwischenkriegszeit geht sie mit einer Gruppe engagierter Architekten nach Russland. Entgegen den Erwartungen erhält sie auch dort weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Letztlich wird nur der Arbeitsvertrag ihres Mannes verlängert, dennoch arbeitet sie ohne Bezahlung an diversen Projekten. 1940 kehrt sie, nach einem Aufenthalt in Istanbul, nach Wien zurück. Ihr Mann bleibt in der Türkei.

Den Nazis kann und will sie sich nicht anschließen. Sie tritt 1939 in die Kommunistische Partei ein und engagiert sich im Widerstand. Sie wird verhaftet und entkommt mit knapper Not der Hinrichtung.
Nach dem Krieg erhält sie in Österreich keine öffentlichen Aufträge - die Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei verhindert das während des Kalten Krieges. Das ist so typisch für diese Zeit. Währen die ehemaligen Nazis ihre nach wie vor bestehenden Netzwerke nützen können, verlässt Margarete Schütte-Lihotzky Österreich. Sie baut Kindergärten, Schulen und Sozialbauten in Kuba, der DDR und in China.

Erst in den späten 1950er Jahren gelingt es ihr, einige öffentliche Gebäude in Österreich zu planen.

Auch im hohen Alter hat sie politisch engagiert. Spät, aber doch, hat sie zahlreiche Ehrungen erhalten.

Wenige Tage vor ihrem 103. Geburtstag stirbt die Pionierin in Wien.

Meine Meinung:

Mona Horncastle hat für diese Biografie penible Recherchen angestellt und rief in den Archiven gewühlt. Herausgekommen ist ein Bild einer großartigen Frau, die sich nur nicht und niemanden verbiegen hat lassen, auch wenn es sie beinahe das Leben gekostet hätte.

Was mich noch mit Margarete Schütte-Lihotzky verbindet? Ich habe nur einen Häuserblock von ihrer elterlichen Wohnung (Hamburger Straße 14) entfernt, einen Teil meiner Kindheit verbracht und, meine Dienststelle steht genau auf jenem Grundstück in der Schiffamtsgasse, in dem das Gestapo-Gefängnis für Frauen stand, in dem Margarete Schütte-Lihotzky inhaftiert war. Ach ja, bei einem Architekten habe ich auch einige Zeit gearbeitet.

Ich habe bereits vor einiger Zeit ihr Buch „Warum ich Architektin wurde“ gelesen.

Fazit:

Eine Hommage an eine große Frau, die nicht auf die Erfindung der „Frankfurter Küche“ reduziert werden sollte. Für diese Biografie gebe ich ein unbedingte Leseempfehlung und natürlich 5 Sterne.

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Ein schwieriges Thema gut aufbereitet

Wirtschaftspolitik zwischen der Gier der Gewinner und der Wut der Verlierer von Manfred Drennig

Der österreichische Manager und Jurist Manfred Drennig beleuchtet in diesem Buch die Geschichte der Wirtschaftspolitik und die Auswirkungen bis heute (und in die Zukunft).

Dazu finden wir in acht Kapiteln interessante Statements:

Die beste aller Welten und ihre Erschaffung durch den Markt
Verhaltensökonomie als Suche nach dem Heiligen Gral
Einkommen als Ergebnis sozialer Leistung oder Beuteverhalten
Wirtschaftswachstum: notwendig, schädlich oder beides?
Internationale Arbeitsteilung: Der Traum von der heilen Welt
Die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Geldpolitik
Politik: Vom öffentlichen Diskurs zur Manipulation
Es gibt viel zu tun

Mir hat besonders gut das Kapitel „Die Macht des Geldes und die Ohnmacht der Geldpolitik“ gefallen.

Hier wird u.a. erläutert wie es zum Börsencrash 1929 gekommen ist, dessen Folgen Millionen Menschen in den Abgrund gerissen hat. Oder, wie sich die gut gemeinte Idee der billigen Wohnraumkredite in einen Albtraum für Kreditnehmer, Banken und Staaten entwickelt hat. Aber, es ist ja bekannt, dass „gut gemeint“, das Gegenteil von gut ist.

Die enge Verzahnung der Weltwirtschaft untereinander wird uns auch in der Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Hoffen wir, dass uns die aktuelle Überregulierung, die aller Orten das Hervorbringen neuer Ideen hemmt, nicht noch mehr überhand nimmt.

„Wer Initiative zeigt, wer vor allem neue Wege gehen will, droht unter einem Wust von wohlmeinenden Vorschriften zu ersticken.“ sagte Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident Deutschlands, in seiner „Berliner Rede“ 1997. Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

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Eine gelungene Fortsetzung

Herbstleich von Lisa Gallauner

Die Prügelei während der Halloween-Party endet mit einem Toten. Dorfpolizist Friedrich Fesch, der diesem neumodischen Fest so gar nichts abgewinnen kann, darf wieder mit Michaela Mörderisch, der toughen Kriminalbeamtin ermitteln.

Ist der Streit um eine Dorfgrazie wirklich der Auslöser für den Mord? Bei näherem Hinsehen, scheint nichts wie es ist, zu sein.

Akribisch sortieren Mörderisch & Fesch die einzelnen Mosaiksteinchen und stellen fest, dass die dörfliche Idylle trügt.

Meine Meinung:

Lisa Gallauner ist eine gute Fortsetzung ihres ersten Krimis („Mörderisch & Fesch“) gelungen. Das höchst ungleiche Ermittlerpaar ergänzt sich prächtig.

Die Geschichte spielt in dem kleinen, fiktiven Ort St. Lindenbaum, der überall sein könnte. Die Dorfbewohner kennen sich von klein auf, man weiß um das eine oder andere Familiengeheimnis. Wenig bleibt verborgen, doch alles, was nicht eindeutig belegt wird, wird durch die eigene (oft bösartige) Fantasie ausgeschmückt. Mit dabei sind einige Charaktere, die wir schon kennen. So darf Jenny dem einen oder anderen Dorfcasanova wieder der Kopf verdrehen oder die Tupfinger-Martha, deren Tratsch-Sucht die „Bild-Zeitung“ gehörig in den Schatten stellt.

Lisa Gallauner hat einen leicht lesbaren und lockern Schreibstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt.

Fazit:

Ein, bis auf die Leiche mit Bauchstich, unblutiger Krimi, der durch Wortwitz und eine flüssige Erzählweise besticht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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