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Rezensionen von miriam:

Pseudointellektuelles Geschwurbel

Rate, wer zum Essen bleibt von Philipp Tingler

Ein Roman, der von der Kritik als umwerfend rasant und komisch hochgelobt wird.

Natürlich hat mich das neugierig gemacht. Umso größer war dann allerdings die Enttäuschung.

Im Endeffekt war es nur pseudointellektuelles Geschwurbel, das auf 50 Seiten amüsant sein kann, nach 100 Seiten fade wird und spätestens ab 150 Seiten nur mehr mühsam ist.

Es sind allerdings 207 unendlich lange und ermüdende Seiten. Was als Kurzgeschichte oder Theaterstück witzig sein kann, muss nicht zwingend als Roman funktionieren.

Es mag zwar doppelbödig sein und eventuell auch entlarvend, vielleicht steckt tatsächlich irgendein tieferer Sinn darin, aber der hat sich mir nicht erschlossen, weil ich ab der Hälfte schon genervt war von dem hohlen Geschwätz.

Fazit: „ Betonschicht drüber und was essen“ (S 201)

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Sarajevo, Juni 1914

Der Attentäter von Ulf Schiewe

Ein Thriller, der das Attentat von Sarajevo zum Thema hat? Jeder weiß doch, was damals geschah! Kann man aus einem derart bekannten Stoff überhaupt einen Thriller schreiben?

Ulf Schiewe hat es geschafft.

Er erzählt die Geschichte der letzten Tage vor dem Attentat in einer Art Countdown bis zum tragischen Höhepunkt.

Dabei vermischt er Fakten mit fiktiven Elementen, denn einige wenige der Hauptfiguren sind erfunden, aber sie passen perfekt ins Bild, das von jenen Tagen gezeichnet wird. Dabei verfälschen sie die Geschichte keineswegs, denn ansonsten hält sich der Autor akribisch genau an die geschichtlichen Vorgaben. So lernt der Leser einen Thronfolger kennen, der einerseits arrogant und herrisch auftritt, andererseits aber ein liebevoller Familienmensch ist. Und es wird klar, dass der Thronfolger keineswegs begeistert war von der Idee eines Krieges, dass er die Kriegstreiberei jener Tage strikt ablehnte. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet sein Tod dann zu so einem grausamen Krieg führte.

Aber auch die Attentäter werden überaus menschlich dargestellt: sie sind nicht nur verblendete Fanatiker, die sich als Helden des serbischen Unabhängigkeitskampfes sehen, sondern auch verwirrte, lebenshungrige, junge Männer, die aber schwer krank sind und sich deshalb für die serbische Freiheit opfern wollen. Es ist diese sehr differenziert menschliche Darstellung der Personen, die den Leser auch emotional fesselt.

Wichtig für die durchgehend hohe Spannung sind die Geschichten rund um die fiktiven Personen Markovic und Simon. Sie gehören dem Geheimdienst an und sind die einzigen, die die Warnungen vor einem Attentat ernst nehmen und sich auf die Suche nach den Tätern machen. In Wirklichkeit hat damals niemand die wenigen Warnungen tatsächlich ernst genommen. Die Sicherheitsvorkehrungen blieben nachlässig und chaotisch, so dass das Attentat fast passieren musste.

Der Stil des Autors ist sehr angenehm zu lesen: rasche Szenenwechsel, verschiedene Perspektiven und sehr detailgetreue Beschreibungen haben mich von der ersten Seite an begeistert. Die Erzählweise ist distanziert und objektiv, der Leser kann sich selbst ein Urteil über die einzelnen Personen bilden.
Der Autor erzählt eine bekannte Geschichte atmosphärisch dicht, psychologisch schlüssig, sehr spannend und gleichzeitig auch informativ – besser geht es eigentlich nicht!

Dieser historische Thriller gehört zu meinen Highlights des Jahres!

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Kinderlandverschleppung

Der Kinderzug von Michaela Küpper


Am 27.09.1940 wurde auf Führerbefehl Hitlers hin die KLV, die sog. Kinderlandverschickung angeordnet. Was Baldur von Schirach als „Revolution der Erziehung“ nannte und von der NSDAP als humanitäre Großtat gelobt wurde, hatte nicht nur zum Ziel, die Kinder vor Luftangriffen zu schützen, sondern vor allem, sie völlig unter den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie zu stellen.


In den Jahren 1940 bis 1945 wurden so mehr als 2 Millionen Mädchen und Jungen von ihren Familien getrennt in verschiedenste KLV-Lager geschickt. Die Leitung dieser Lager wurde meist einer Lehrkraft aus der Heimat übertragen. Diese waren dann oft für Wochen, Monate und manchmal Jahre für das Wohl der Kinder verantwortlich.

Das ist der geschichtliche Hintergrund für Michaela Küppers neuen Roman. Wir begleiten die junge Lehrerin Barbara und ihre Gruppe von Mädchen auf ihrer 819 Tage dauernden Odyssee quer durch das Deutsche Reich. War das erste Lager noch sehr angenehm, so verschlechtern sich die Zustände mit Fortdauer des Krieges drastisch. Hunger, Not, Kälte und niemand, der sich für diese Gruppe zuständig fühlt. Sie werden völlig alleine gelassen. Der Krieg rückt spürbar näher, sie erleben Zerstörung, Bomben und Flucht.

Der Stil der Autorin ist angenehm nüchtern - die Erlebnisse sind ja an sich schon dramatisch genug. Die gute Recherche der Autorin merkt man aber auch in vielen Kleinigkeiten, die den Alltag beschreiben - zum Beispiel bereits vorgedruckte Karten, die verschickt werden konnten oder auch wie allgegenwärtig der Führer war.
Michaela Küpper beschreibt die Ereignisse aus den verschiedensten Blickwinkeln – Barbara, Gisela, die kleine Edith und Karl kommen abwechselnd zu Wort. Auch bei den Kindern bzw Jugendlichen werden unterschiedlichen Standpunkte klar: während einige unter dem Heimweh leiden, eigentlich nur ihr normales Leben wiederhaben wollen, sind andere vom Drill der HJ geprägt, systemtreu und von der Ideologie begeistert. Es sind fiktive Figuren, aber sie stehen für zahlreiche Kinder, die tatsächlich unter schrecklichen Bedingungen und von ihren Familien getrennt aufwachsen mussten.
Fazit: eine berührende Geschichte über ein Thema, das nur selten zur Sprache kommt.
Empfehlenswert – nicht nur für Geschichtsinteressierte

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Ein literarisches Puzzle über Alltags- und Ausnahmesituationen

Der Sprung von Simone Lappert

Eine junge Frau steht auf einem Dach und weigert sich herunterzukommen. Sie springt. Damit habe ich jetzt keineswegs viel verraten, denn dieser Sprung wird bereits auf den ersten zwei Seiten in irritierend schöner Weise beschrieben.

Die Frau auf dem Dach nennt sich Manu. Einen Tag und eine Nacht lang hält sie ihre Umgebung in Atem.

Aber es wird nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern vor allem die Geschichten jener Menschen, die aus irgendeinem zufälligen Grund anwesend sind und somit Zeugen dieses Sprungs werden.

Die Autorin lässt die einzelnen Personen in kurzen Episoden ihre Schicksale erzählen. Ein Polizist, der schon lange alle Illusionen verloren hat, Maren, eine übergewichtige Schneiderin, deren Beziehung einst glücklich war, jetzt aber von Kälte und Fremdheit geprägt ist. Winnie, eine Schülerin, die gemobbt wird oder Finn, der schrecklich in Manu verliebt ist. Henry, der Obdachlose oder Theres, die mit ihrem Mann gegen die geschäftliche Pleite arbeitet. Ein arroganter Modedesigner, dessen Figur mir übrigens anfangs etwas konstruiert erschien ist auch mit dabei. Aber eigentlich: Typen, die nur sich selber wichtig nehmen können, gibt es doch überall. Eine abwechslungsreiche Mischung von Charakteren und Schicksalen!

Was zu Beginn willkürlich und unzusammenhängend erscheint, verdichtet sich im Laufe der Geschichte zu einer detailreichen Beschreibung der sehr alltäglichen Welt einer Kleinstadt. Die individuellen Abgründe werden erst nach und nach sichtbar und nur für einen kurzen Moment sieht der Leser die Seelen, nicht nur die Fassaden. Für kurze Zeit reißt Manu sie aus ihrem Alltag.

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen – ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht und nüchtern, aber gleichzeitig auch fast poetisch. Die Geschichte selbst wird spannend erzählt, ist vielschichtig, manchmal überraschend. Sie regt zum Nachdenken an und das nicht nur, weil sie auch gesellschaftskritische Momente beinhaltet.

Die Geschichte hätte gerne noch etwas länger sein dürfen, denn es war auf alle Fälle ein Vergnügen, sie zu lesen!

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Historische Realität

Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit von Rebecca Michéle

Rebecca Michéles neuester Roman hat ein grausames und gerne vergessenes Kapitel katholischer Kirchengeschichte in Irland zum Thema: Magdalenen-Wäschereien. Katholische Besserungsanstalten für „gefallene Frauen“. Die Realität? Harte Arbeit, Hunger, Schläge, grausame Strafen, physische und psychische Folter wie auch Vergewaltigung durch Priester waren an der Tagesordnung.


Tatsache ist, dass es solche Wäschereien von ung 1830 bis 1996 tatsächlich gab! Es waren allgemein anerkannte soziale Einrichtungen und die Vorgänge in den Heimen kamen nur selten ans Tageslicht. Die Rolle der katholischen Kirche durfte nicht in Frage gestellt werden.

Die Autorin erzählt die Geschichte von drei jungen Frauen, die sich in einer Magdalenen Wäscherei in Dublin kennenlernen, dort glücklicherweise fliehen können und sich dann noch am irischen Freiheitskampf beteiligen.

Es ist ein schonungsloser und oft wirklich schwer erträglicher Bericht über die Vorgänge in diesen Klöstern. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Autorin zwar die drei Frauen erfunden hat, aber keineswegs ihre Erlebnisse. Diese basieren auf gut recherchierten Tatsachen, die einen fassungslos zurücklassen. Eine Aufarbeitung dieses grausamen Kapitels katholischer Geschichte beginnt nur sehr zögerlich. Auch deshalb ist es positiv, dass durch dieses Buch, die Magdalen Laundries einer größeren Öffentlichkeit bekannt werden.

Rebecca Michéles Stil ist flüssig, gut lesbar, die einzelnen Charaktere lebendig und glaubwürdig gezeichnet. Ein Buch, das man nur schwer aus der Hand legt.

Warum also nicht die volle Punktzahl? Ungefähr 80% sind wirklich lesenswert. Das Ende passt allerdings meiner Ansicht nach überhaupt nicht zum Buch. Dies weiter auszuführen wäre ein ganz gemeiner Spoiler. Nur noch soviel: in der Leserunde war ich die einzige, die das so empfunden hat.

Jetzt – knapp eine Woche nach Beenden der Lektüre – hab ich das unpassende Ende bereits wieder verdrängt und übrig bleibt das Wissen um die Magdalen Laundries, um die „Maggies“, die es zweifelsohne verdienen, dass ihre Schicksale endlich bekannt werden!

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Spannender historischer Krimi

Der dunkle Bote von Alex Beer

Der dritte Fall für August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter. Diesmal werden sie mit mehreren grotesk inszenierten Leichen konfrontiert. Es gilt einen Serientäter zu stellen. Außerdem müssen sie ihre Position innerhalb der Abteilung „Leib und Leben“ festigen und Emmerichs private Probleme warten auch noch auf eine Lösung, denn Luise und die Kinder sind nach wie vor in der Gewalt von Xaver Koch.

Die Suche nach ihnen ist beschwerlich, aber Emmerich gibt natürlich nicht auf.

Alex Beer hat wieder einen großartig spannenden Krimi geschaffen. Sogar mehr als das! Sie zeichnet ein authentisches Bild des Lebens im Jahre 1920, wo Armut, Hunger herrschten, Bandenkriminalität und Schwarzmärkte den Alltag prägten. Politische Strömungen der Zeit werden ebenso thematisiert wie der steigende Hass gegen Juden.

In diesem düsteren und hoffnungslosen Wien lässt die Autorin die beiden Kommissare bekannt einfallsreich, unkonventionell und respektlos ermitteln. Überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen hoch. Immer wenn ich dachte, den Täter identifiziert zu haben, musste ich erkennen, dass ich mich nur wieder auf eine falsche Spur habe locken lassen. Der Schluss ist überraschend, logisch und passend gelöst!

Besonders gut gefallen hat mir natürlich wieder die Sprache. Genau das richtige Maß an Dialektausdrücken lässt die Atmosphäre noch lebendiger werden, zeigt auch immer wieder den Wiener Schmäh, der in diesen schrecklichen Zeiten überlebensnotwendig war.

Fazit: ein starker Krimi – für mich sicher einer der besten der letzten Jahre! Glücklicherweise lässt das Ende auf eine Fortsetzung hoffen! Wirklich empfehlenswert!

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Der Riss, der das Leben grundlegend verändert...

Der Riss von Hye-young Pyun

In diesem Fall ist der Riss ein Unfall, den Ogi gelähmt überlebt. Kommunikationn ist nur mit den Augen möglich. Als Pflegefall ist er von nun an völlig von seiner Schwiegermutter abhängig.

Zwei Protagonisten, ein Krankenzimmer, ein Garten und viele Erinnerungen - da sind die Elemente aus denen Hye-young Pyun eine grandios grauenhafte Geschichte gemacht hat.



Auf knapp 230 Seiten entwickelt die Autorin aus Südkorea ein verstörendes Psychogramm einer Beziehung, die von Schuld und Rache, Verzweiflung und Trauer geprägt ist. Emotionen und Stimmungen werden durch den klaren Schreibstil, der sich auf das Wesentliche konzentriert, ideal transportiert. Als Leser spürt man die beklemmende Atmosphäre, die sich nach und nach verändert. Aus einem Drama wird ein Psychothriller. Großartig!

Wirklich hervorheben möchte ich auch noch 2 Dinge, die oft untergehen, wenn ein Buch besprochen wird:
1) Die gelungene Übersetzung/Übertragung dieser Erzählung. Ich freue mich immer, fremde Literatur so kennenlernen zu dürfen.
2) Ein geniales Cover, das alleine schon zum Nachdenken anregt und sogar einen Zusammenhang zum Buch hat. Das ist ja wirklich nicht immer der Fall!

Fazit: Eine großartige Geschichte, die nachhallt und nachdenklich macht in einer tollen Verpackung. Unbedingt empfehlenswert!

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Entbehrlich!

Großmutters Haus von Thomas Sautner

Der Grundgedanke hat mir richtig gut gefallen und mich natürlich schrecklich neugierig gemacht: eine unsichere Enkelin findet ihre totgeglaubte Großmutter. Die kümmert sich weder um Konventionen noch um die Meinung anderer. Sie lebt ihr Leben nach ihrem Geschmack und ihrer Laune. Klingt toll!

Aber leider – die Umsetzung verirrt sich irgendwie zwischen gekünstelt philosophischen Floskeln und zum Teil witzig absurden Situationen.

Die Dialoge sind auch nicht speziell tiefsinnig. Die Sprache des Buches ist klar, manchmal versucht poetisch aber keinesfalls überzeugend. Knapp 250 Seiten, aber leider ohne Esprit.

Alles in allem: entbehrlich! Man muss es nicht gelesen haben und ohne Leserunde hätte ich mitten drin abgebrochen. Vielleicht fehlte mir aber auch nur ein Sputnik beim Lesen;-)!

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Die Macht der Worte

Der Stotterer von Charles Lewinsky

Johannes Hosea Stärckle ist Stotterer und trotzdem, oder eigentlich gerade deswegen, ein Meister des geschriebenen Wortes. Eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit hat ihn dann allerdings ins Gefängnis gebracht („Ich befinde mich in Rätselhaft“ S 63) und hier schreibt er Briefe an den Padre, einen Verleger und einen Drogendealer.



Er beschreibt Ereignisse aus seiner Vergangenheit, die, wie Stärckle selber immer wieder betont, möglicherweise reine Fiktion sind – „Geschichtenerzähler müssen keine Bekenner sein, sondern gute Lügner“. Manchmal philosophisch, aber immer unterhaltsam sind die Gegenüberstellungen von Bibelsprüchen und Schopenhauerzitaten.

Lewinsky lässt Stärckle das geschriebene Wort einsetzen, um andere (und auch den Leser) zu bezaubern, eigentlich um zu manipulieren. Er schreibt sprachlich virtuos, originell, oft zynisch und bei aller beschriebenen Tragik auch immer wieder humorvoll. Bei so großartiger sprachlicher Kunst, können dem Autor ein paar Längen zwischendurch problemlos verziehen werden.

Ein Schelmenroman über das Erzählen, über Literatur und die Kunst zu lügen, aber auch über die Bereitschaft, belogen zu werden.

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Spannender historischer Roman

Der Gesang der Bienen von Ralf H. Dorweiler

Ralf H. Dorweiler nimmt uns in seinem neuen Roman mit ins Jahr 1152. Der einfache Zeidler Seyfried hat nur 2 Wochen Zeit um das Leben seiner Frau zu retten. Damit beginnt für Seyfried und auch für den Leser eine abenteuerliche Reise, die zu Hildegard von Bingen und sogar auf den Hof des Königs Friedrich I.

führt.

Vorausschicken möchte ich, dass mir der Autor bis jetzt nicht bekannt war. Das Buch war aber für mich interessant, weil ich historische Romane, die nicht nur reine Fiktion sind, sehr schätze.

Der Autor zeichnet ein authentisches Bild einer Zeit mit strengen gesellschaftlichen Hierarchien, Normen und Gesetzen. Das mittelalterliche Leben wird anschaulich dargestellt. Auch die Beschreibungen der Zeidlerei (eine Form der Imkerei) sind informativ und niemals langweilig.

Alle Protagonisten werden facettenreich und vor allem sehr menschlich beschrieben: mit Sorgen, Ängsten, Wünschen und vor allem mit Geheimnissen, die einerseits die Spannung noch erhöhen und andererseits Hintergrundinformationen liefern, die das Verständnis der einzelnen Personen nur noch erhöhen.

Wirklich gelungen finde ich die Tatsache, dass hier das Schicksal von fiktiven Personen mit jenem historischer Persönlichkeiten zu einem überaus spannenden Roman verwoben wird. So erfährt der Leser ganz nebenher auch viel über das Leben von Hildegard von Bingen. Auch wenn sie vielleicht nicht die sympathischste Person war, so war sie doch zweifelsohne eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit.

Die Sprache ist flüssig, der Erzählstil fesselnd - Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Es stört auch nicht, dass der Zufall vor allem gegen Ende hin, eine große Rolle spielt.

Fazit: eine tolle Mischung aus Fiktion und historischen Fakten, spannend und informativ geschrieben – knapp 470 Seiten sind viel zu rasch gelesen! Leseempfehlung!

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