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Im Detail

Olympisches Dorf /
Kleinstadt im Weltdorf

Autor: Markus Koschuh

Deutsch
2020 - Universitätsverlag Wagner

E-Book (EPUB)

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Inhalt

Kurztext / Annotation
Eine Reise in die Vergangenheit Innsbrucks - lebendig in persönlichen Erinnerungen!

Seine ersten sieben Lebensjahre verbrachte Tirols bekanntester Kabarettist Markus Koschuh im Olympischen Dorf, dem jüngsten Stadtteil Innsbrucks. Noch heute erinnern ihn Narben am Kopf an den wilden Ruf, den das Viertel einst hatte. Was hat es mit diesem Ruf auf sich? Und wie wild ist das O-Dorf, um das sich Legenden und Mythen ranken, heute noch? Quer durch die Häuserschluchten dieser Kleinstadt im Weltdorf Innsbruck begibt sich Markus Koschuh auf Spurensuche. Spannend, nah und äußerst unterhaltsam.

Markus Koschuh, geboren 1977, lebt als Kabarettist, Poetry Slammer, Moderator und Schriftsteller in Innsbruck und wirkt und werkt im gesamten deutschen Sprachraum. Der zweifache Österreichische Poetry-Slam-Meister und Vizeeuropameister im Poetry Slam zeigt sich gerne schonungslos kritisch, wie etwa im Programm 'Agrargemein' (2012) oder in seinem aktuellen Tourismusprogramm 'Hochsaison. Der Letzte macht das Licht aus'. Weitere Bücher (Auswahl): 'Voulez-vous KOSCHUH avec moi?' (Haymon Verlag), 'Slam, Oida' (Hrsg.: Mieze Medusa und Markus Köhle; Lektora Verlag).

Textauszug
DIE (ERFOLGS-)GESCHICHTE DES OLYMPISCHEN DORFES

Die Geschichte des in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck kurz und knackig "O-Dorf" genannten Stadtteils ist in seinem Stadtteilwappen nahezu perfekt dargestellt: Im oberen Abschnitt eine weiße Schießscheibe samt zweier Fahnen, im unteren Bereich eine Abbildung des Olympiadenkmals mit seinen fünf Ringen, das an die Innsbrucker Olympiajahre 1964 und 1976 erinnert. Und nein, das bedeutet nicht, dass alle O-Dörfler ein Biathlongewehr aus olympischen Restbeständen unter dem Kopfpolster haben, sondern dass auf dem heutigen "olympischen Boden" früher einmal scharf geschossen wurde. Die Schützenstraße und der Kugelfangweg heißen nicht umsonst so, wie sie eben heißen.

In etwa auf Höhe des heutigen Chinarestaurants "Yong Hao" in der Schützenstraße, gegenüber der Pfarrkirche, stand seit 1893 der Tiroler Landeshauptschießstand. Man hatte für den Standort dieses Schießstandes ein Gebiet gewählt, das sich damals vor allem durch eines auszeichnete: Durch blankes Nichts. Oder besser: Weite, also "freies Schussfeld" sozusagen. Nur vereinzelt gab es in der zur Gemeinde Arzl gehörenden Gegend Häuser, diese aber allesamt nördlich der Schützenstraße. Etwa den "Schererhof" an der Haller Straße, auf Höhe des späteren Einrichtungshauses "Pollo" (das als eine der Hauptattraktionen lange Zeit einen sprechenden Papagei in einem Käfig im Eingangsbereich platziert hatte). Heute hat dort die Firma "P. Max Maßmöbel" ihren Sitz.

Für den Landeshauptschießstand hatte man ein riesiges Gebäude in damals zeitgemäßer, klobiger k. u. k.-Bauweise errichtet. Kaiser Franz Josef I. kam mit der zwei Jahre zuvor gebauten "Lokalbahn Innsbruck-Hall" eigens zur Eröffnung. Die Bahn kam Jahrzehnte später nach dem Zweiten Weltkrieg liebevoll als "Die Vierer" bezeichnet in der Region Innsbruck-Hall zu Weltruhm, der bis weit nach ihrer Einstellung 1974 nachhallte.

Nachdem der Schießstand mittels Lokalbahnhaltestelle und Zufahrtsstraße erreichbar war, sollte es nicht lange dauern, bis in der Gegend zwischen Haller Straße und Schützenstraße die ersten Häuser entstanden. 1934 bestand diese "Schießstandsiedlung" aber aus noch eher bescheidenen 35 Häusern mit allerdings insgesamt rund 400 Menschen. Eine Kirche, zumindest eine kleine Notkirche, die erst 1949 geweiht wurde, gab es aber schon. Und was braucht es in Tirol viel mehr als eine Kirche samt ein paar Häusern herum? Später sollte am (Not-)Kirchenstandort in der Pontlatzerstraße 38 die Schützenapotheke Quartier beziehen, die ihrerseits 1976 an ihren heutigen Standort Ecke Schützenstraße/Josef-Kerschbaumer-Straße übersiedelte. Das Jahr 1934 wird an dieser Stelle deshalb erwähnt, weil es auch das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Arzl darstellt (Gründungsname: Freiwillige Feuerwehr Arzl 2. Zug), der ein eigenes Kapitel, nämlich "Feuer und Flamme für's O-Dorf", gewidmet ist.

Einen markanten Einschnitt für das Gebiet, das damals noch östlich von Innsbruck und nicht in Innsbruck gelegen war, bedeutet das Jahr 1940. Ohne viel Diskussion wurde von den herrschenden NS-Schergen verfügt, dass die Gemeinde Arzl fortan ein Bestandteil der Stadt Innsbruck zu sein habe. 1946 wurden die Arzler dann aber doch noch befragt, ob sie ein Teil Innsbrucks oder lieber wieder eine eigenständige Gemeinde sein möchten. Das Ergebnis war ein deutliches Bekenntnis zu Innsbruck. In "Arzl-Dorf" waren knapp 60 Prozent der abgegebenen Stimmen für den Verbleib bei Innsbruck. In "Neu-Arzl", der früheren "Schießstandsiedlung", waren es sogar 92 Prozent.

Diese Siedlung wuchs weiter, und so wurden im Landeshauptschießstand bis ins Jahr 1958 zwei Räume als Klassenzimmer genutzt, ehe die Volksschule Neu-Arzl in der Rotadlerstraße eröffnet wurde und für geordnete Verhältnisse sorgte. Wenn ich es mir überlege, wäre ich gerne in eine der beiden Klassen im Landeshauptschießstand gegangen: Mühelos hätte ic

Beschreibung für Leser
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Buchdetails

Titel: Olympisches Dorf
Untertitel:Kleinstadt im Weltdorf
Autor:Markus Koschuh
Verlag: Universitätsverlag Wagner
Erscheinungsjahr:2020
Sprache:Deutsch
144 Seiten
ISBN-13: 978-3-7030-6508-8

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