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Im Detail

Echo des Schweigens /
Roman

Autor: Markus Thiele

Deutsch
2020 - Benevento

E-Book (EPUB)

Auch verfügbar als:

Fester Einband
€ 22.00

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20

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Inhalt

Kurztext / Annotation
Recht oder Gerechtigkeit? Ein spannender Roman um einen schockierenden Justizskandal

Strafverteidiger Hannes Jansen steht vor dem brisantesten Fall seiner Karriere: Er vertritt einen Polizisten, der wegen Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist. Seine Kontrahentin ist ausgerechnet die Frau, die er liebt: Rechtsmedizinerin Sophie Tauber, die ein neues rechts- medizinisches Gutachten erstellt hat, das die Unschuld von Jansens Mandant in Frage stellt. Hat dieser Justizskandal die Macht, die Beziehung scheitern zu lassen? Wie viel Wahrheit verträgt die Liebe zweier Menschen, wenn sie sich auf unterschiedlichen Seiten von Recht und Gerechtigkeit wiederfinden?
Moral, Gerechtigkeit und Schuld sind mehr als abstrakte Konstrukte - sie bestimmen über Leben und Tod. Der Autor und Rechtsanwalt Markus Thiele zeigt das äußerst eindringlich in seinem Roman 'Echo des Schweigens'.

- Ein Anwalt zwischen Gesetz und Moral: packend erzähltes Justizdrama
- Inspiriert von einem der größten Justizskandale der Bundesrepublik: dem Fall Oury Jalloh in Dessau
- Spannendes Lesevergnügen für Fans von Ferdinand von Schirach und Bernhard Schlink
- Auch als Hörbuch bei Sony Music


Fakten und Indizien, Rechtsmedizin und Strafverteidigung - wer bekommt Recht?

Liebe oder juristische Integrität - wofür wird sich Hannes Jansen entscheiden? Doch auch Sophie Tauber steht vor schwierigen Fragen: Ein jahrzehntelang verschwiegenes Verbrechen, das in die NS-Zeit zurückreicht, offenbart tiefe Risse in ihrer Familiengeschichte. Kann sie sich auf ihren moralischen Kompass noch verlassen?
Markus Thiele kennt den Gerichtssaal in all seinen Facetten. Gekonnt verwebt er in seinem Roman Fiktion und Realität am Beispiel eines wahren, bis heute ungeklärten Kriminalfalls. Ein tiefgründiges und hochaktuelles Buch!

Markus Thiele ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und kennt den Gerichtssaal mit all seinen Facetten. Gekonnt verwebt er in seinem Roman Fiktion und Realität am Beispiel eines wahren, bis heute ungeklärten Kriminalfalls. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt in Göttingen.

Textauszug
JULI 2018

Hannes Jansen erhob sich. Der dreiundvierzigste Verhandlungstag hatte begonnen, der letzte Prozesstag, der Tag seines Plädoyers. Er schloss den obersten Knopf seiner Robe. Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Magdeburg war außer dem Atmen der Zuschauer nichts zu hören. Alle Augen waren auf eine einzige Person gerichtet: Jansen.

Die Zeitungen würden morgen einen Verteidiger loben, der die Anklage mit dem Florett filetiert und ihre Schwächen den Richtern zum Fraß vorgeworfen hat. Einen Mann mit durchgestrecktem Rücken und wachem Blick. Ein Anwalt, von dem man noch hören wird.

Jansen wandte sich zu seinem Mandanten, Kriminaloberkommissar Maik Winkler, der zu ihm aufsah, voller Erwartung. Gekleidet mit weißem Hemd, Ehemann und Vater einer kleinen Tochter, er vermisste sie, Jansen gegenüber redete er von nichts anderem.

Staatsanwaltschaft und Mordkommission hatten präzise gearbeitet, die Indizien gegen Winkler waren erdrückend. Er hatte in jener Nacht Dienst gehabt und als Einziger einen Schlüssel zur Zelle besessen, in der der Senegalese verbrannt war. Dennoch: Die Indizien würden nicht reichen, nicht für Mord. Es mangelte am letzten Glied der Kette, am entscheidenden Beleg: einer Zeugenaussage oder einer Kameraaufzeichnung. Der Anklage fehlte das Unumstößliche.

Jansen sah zur Uhr. In zwei Stunden würde er zurück in der Kanzlei sein. Die Champagnerflaschen lagen bereits kalt.

Winkler kaute auf der Unterlippe. Die Vorsitzende bat Jansen zu beginnen. Er ließ den Blick zur Staatsanwältin gleiten, zur Richterbank, ins Publikum. Er hatte alles vorbereitet, noch bis in die vergangene Nacht hinein. Aber er brauchte seine Aufzeichnungen nicht, jedes Wort war verinnerlicht. Eine mathematische Herleitung: Der Angeklagte war mit seinem Kollegen auf Streife gewesen. Unmöglich, dass er das Feuer in der Zelle entfacht hatte.

"Hohes Gericht", hob Jansen an, da öffnete sich die Saaltür, und seine Referendarin, Regina Kaiser, stand im Raum. Mit rotem Kopf bat sie um Entschuldigung, es sei wichtig. Aus den Zuschauerreihen ein Raunen, einer hustete, andere flüsterten mit dem Nachbarn. Jansen ließ unterbrechen. Auf dem Flur gab die Referendarin ihm ein Notizbuch, die Seiten waren ausgefranst, die Ecken geknickt. Er müsse das lesen, von Anfang bis Ende. Es habe entscheidenden Einfluss auf den Prozess.

"Wo kommt das her?"

"Er hat alles gesehen", sagte sie.

"Ich will wissen, woher Sie das haben."

"Das ist nicht wichtig. Lesen Sie es, bitte. Winkler ist schuldig."

Die Referendarin sah ihn mit schmalem Mund und flackerndem Blick an und verschwand.

Wann hatte ein Gericht zuletzt eine Unterbrechung mitten im Plädoyer der Verteidigung erlebt? In der jüngeren deutschen Rechtsgeschichte wahrscheinlich noch nie. Das wirkte unbeholfen, konzeptlos. Aber es half nichts, Jansen musste unterbrechen. Ohne guten Grund hätte seine Referendarin ihm dieses Buch nicht gegeben. Nicht jetzt.

Er ging in den Toilettenraum, es stank nach Urin und Klostein. In einer Kabine schlug er das Büchlein auf. Zeilen wie Schreibübungen, rechtschreibfehlergetränkt. Auf der ersten Seite ein Name: Lars, darunter das Alter: zehn. Jansen blätterte, nahm die Seiten in sich auf, Satz für Satz, Wort für Wort. Die Luft wurde stickiger, die Kabine kleiner, er löste seinen Krawattenknoten und öffnete den obersten Hemdknopf. Immer schneller flog sein Blick übers Papier. Da waren Zeichnungen, kindliche Striche, ein Raum, ein Bett, Flammen. Da waren Figuren, eine von ihnen mit riesigen Augen und aufgerissenem Mund, eine andere in Uniform, Polizei stand daneben. Wörter hielten sich nicht mehr an den Zwang der Linien und flossen quer über die Seiten. Tot gemacht

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Buchdetails

Titel: Echo des Schweigens
Untertitel:Roman
Autor:Markus Thiele
Verlag: Benevento
Erscheinungsjahr:2020
Sprache:Deutsch
408 Seiten
ISBN-13: 978-3-7109-5099-5

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