Evelyn Unterfrauner empfiehlt: Glück ist, wenn man trotzdem liebt von Petra Hülsmann

Der Roman von Petra Hülsmann ist kein literarischer Hochkaräter, muss er aber auch nicht sein, denn er hat seinen Zweck absolut erfüllt: Das Lesen war ein wunderbarer Glücksmoment! Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass der Roman in den Olymp meiner diesjährigen Lesehighlights aufsteigt (*lol*), auch wenn es mir schwer fällt das Buch neben Benedict Wells und Paolo Coelho ins Bücherregal zu stellen. Aber, für eine Liebesgeschichte, eng verwoben mit dem Thema Glück, ist sie wunderbar gelungen – die perfekte Lektüre für den Sommer! Und zugegeben, ab und zu ein Liebesroman, in dem die Erzählung absolut vorhersehbar ist, tut einfach gut!

Ich könnte das genauso wie Isabelle, die Protagonistin des Romans, auf einen kleinen bunten Zettel schreiben und in mein Glücksmomenteglas werfen. Eine tolle Idee. Am Ende des Tages nimmt sie sich kurz Zeit darüber nachzudenken und ihre Glücksmomente hält sie in dem Glas fest, um sich später noch einmal daran erinnern zu können. Wie sie resümiert, sind es die kleinen Dinge, die uns langfristig und häufiger glücklich machen (sagt auch Eckart von Hirschhausen!). Sie ist Floristin in einem Blumenladen und führt ein sehr strukturiertes Leben, doch passieren plötzlich Dinge, die alles durcheinanderbringen. Ein neues Restaurant gegenüber von dem Blumenladen in dem sie arbeitet, ist nur der Anfang. Sie gewinnt in der (für ihre Verhältnisse) turbulenten Zeit aber zwei neue Freunde: Jens und Merle. Jens ist Koch in dem neuen Restaurant und ist mit seiner pubertierenden Schwester Merle komplett überfordert – Isabelle wird so zur „Aushilfsmami“ und gewinnt schleichend eine neue Familie. Aber auch in ihrem Freundeskreis passiert so einiges, das Isa gerne hinbiegen möchte… Sie kann Chaos nämlich nicht ausstehen. Zur Beruhigung muss dann immer mal wieder ein Schokoladenmalheur (Soufflè) von Jens her und (fast) alles ist vergessen. Und dann erlebt sie endlich den langersehnten Bämm-Moment und ihr Traummann begegnet ihr: Alexander Lange. Und wie sie den rumkriegen will, könnt ihr bei Petra Hülsmann nachlesen.

Es erwarten euch 400 Seiten voller Witz, Klischees über die Liebe, sympathische Figuren und als Schauplatz wurde Hamburg gewählt. Gerne erinnerte ich mich während des Lesens an meinen Kurztrip nach Hamburg im Januar und hätte fast wieder Lust dorthin zu fliegen – so wie Isabell am Ende einfach mal zur Reise ihres Lebens aufbricht.

P.S.: Am besten ihr bastelt euch auch gleich so ein Glücksmomenteglas – ich mache das auf jeden Fall: „Mein Glück lag in ganz anderen Dingen. Es bestand aus vielen kleinen, scheinbar bedeutungslosen Begebenheiten, die für mich überaus wichtig waren, mir ein Lächeln ins Gesicht zauberten und den Tag lebenswert machten.“ (Hülsmann 2016, S. 380)

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