Evelyn Unterfrauner empfiehlt:
Der Seelenbrecher von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek ist zur Zeit wieder in aller Munde, da vor Kurzem sein neuer Thriller Das Paket auf den Markt kam. Im Oktober habe ich den Autor auf der Frankfurter Buchmesse getroffen und mir meinen ersten Fitzek signieren lassen: Der Seelenbrecher. Seine Neuerscheinung war zum Zeitpunkt der Messe noch nicht veröffentlicht, also habe ich mich von ein paar Fans beraten lassen und zum Seelenbrecher gegriffen. Die Warteschlage bei der Signierstunde des Autors war unendlich lang – bis zu zwei Stunden Wartezeit waren angesagt.

Während des Wartens habe ich mich also ein bisschen mit den Fans unterhalten und in einem sind sie sich alle einig: Kein Thriller des Autors erfülle nicht die Erwartungen – somit war ich gespannt, wie sehr mich der Seelenbrecher fesseln würde. Der Einstieg in die Erzählung war etwas verwirrend und brutal zugleich, für einen Thriller aber durchwegs üblich. Es lässt sich bereits vermuten was der Seelenbrecher anstellen kann.

Die Rahmenerzählung des Thrillers handelt von einem Professor, der in einer alten Psychiatrie Studenten damit beauftragt eine Patientenakte zu lesen. Auf dem Umschlag der Akte steht in roten Lettern: Der Seelenbrecher. Seine Vorgehensweise ist brutal – mittels Hypnose schafft er es seine Patienten in eine Art „Todesschlaf“ zu versetzten in der der Betroffene zwar äußerlich nicht ansprechbar erscheint, doch innerlich vollkommen wach ist. Wenn man es nicht schafft den Patienten aus diesem Schlaf herauszuholen, stirbt er.

Die Akte, die die Studenten lesen, handelt in erster Linie von Caspar der sich in der Teufelsbergerklinik befindet, einer privaten psychiatrischen Anstalt. Er leidet an einer totalen Amnesie und hat keine Ahnung weshalb er dort gelandet ist. Eine aufmerksame Krankenschwester (Sophia) kümmert sich um ihn und scheint ihm etwas über seine Identität mitteilen zu wollen, doch will sie damit noch warten. Kurze Zeit später beginnt das Drama in der Klink – Der Seelenbrecher treibt sein Unwesen und hat nur ein Ziel, er will Sophia. Ein paar Menschen gruppieren sich auf der Flucht vor dem Seelenbrecher, können aus der Anstalt nicht fliehen, da sie eingeschlossen sind und erleben das schlimmste Weihnachten ihres Lebens.

Eine Besonderheit innerhalb des Thrillers sind die Rätsel. Bei jedem Opfer des Seelenbrechers ist ein kleiner Zettel mit einem Rätsel darauf zu finden (z.B. was wirft man weg wenn man es braucht und holt es zurück, wenn es nicht mehr benötigt wird?). Überhaupt der ganze Thriller baut auf einem Rätsel zu Beginn auf – soviel sei verraten. Am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Erzählung hineinzukommen, doch das letzte Viertel war tatsächlich sehr spannend. Und Achtung, es wartet eine wirklich überraschende Wendung auf euch! Eine Besonderheit von Fitzek’s Büchern sind die darin enthaltenen Gimmicks. So ist ein Post-It beim Seelenbrecher auf Seite 346 zu finden.

Mein Fazit: Im gesamten nicht vom Hocker-hauend, doch charakterisiert den Seelenbrecher eine raffinierte Erzähltechnik.

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