Lena Walder empfiehlt:
Der Kinderdieb

Jeder, der den Namen „Peter Pan“ hört, wird sofort an die Disney Version denken. Ein kleiner Junge, der nie erwachsen wird und der mit den verlorenen Kindern im Nimmerland fröhlich durch die Wälder stapft. Doch James Barrie hat ursprünglich einen viel düsteren Peter erschaffen, welcher von Brom neu und meisterhaft interpretiert wurde.

Der Schreibstil ist atemberaubend, so bildhaft und greifbar, als würde man einen Film sehen. Ich finde es großartig, jedoch kann ich mir vorstellen, dass viele das Buch deswegen weglegen. Es sind nämlich sehr viele blutrünstige und gewaltverherrlichende Szenen beschrieben.

Detailliert und unzensiert führt uns Brom durch den Roman, der wahnsinnig, krass, blutig und nichts für schwache Nerven ist. Noch kein Thriller hat mich so schaudern und die Nase rümpfen lassen.

Viele werden dieses Buch verstörend und ekelhaft finden. Aber trotz der düsteren und perversen Stränge, die die Geschichte durch ziehen, musste ich oft lachen und war total begeistert von den Charakteren. Man schließt jeden sofort ins Herz und fiebert unentwegt mit.

Interessant fand ich ausserdem, die Anmerkungen des Autors auf den letzten Seiten. Dort beschreibt er, aus welchen Mythen und Legenden er den Stoff für den „Kinderdieb“ entnommen hat.

Von mir aus, hätte das Buch noch 1000 Seiten haben können. Selten hat mich ein Roman so gefesselt und unterhalten, wie dieser.